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23.01.2006

12:13 Uhr

Interview mit Eberhard Scheffler

„Zwei Konzerne haben Fehler in ihren Bilanzen“

VonDie Fragen stellte Dieter Fockenbrock

Eberhard Scheffler, der Chef der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung, spricht im Handelsblatt-Interview über den Wettbewerb zwischen den deutschen Wirtschaftsprüfergesellschaften und die Rolle der DAX-Unternehmen.

Herr Scheffler, bald arbeitet nur noch eine Hand voll großer Wirtschaftsprüfergesellschaften für die deutschen Konzerne. Ist das eine Gefahr für die Qualität der Abschlüsse?

Nein. Die Vorschriften für die Rechnungslegung werden immer komplizierter und sie ändern sich ständig. Das können im Einzelnen nur größere Prüfungsgesellschaften hautnah verfolgen. Insofern ist eine Konzentration fast zwangsläufig, die der Qualität sogar zugute kommt.

Die großen DAX-Konzerne werden fast nur noch von KPMG und PWC geprüft. Solche Oligopole neigen zu ruinösem Wettbewerb oder Kartellen.

Der Wettbewerb ist in Deutschland eher härter geworden. Andere Gesellschaften drängen in diesen Markt und versuchen, den Marktführern das Terrain streitig zu machen.

Und sie treiben die Preise für Abschlussprüfungen in den Keller?

Vor ein, zwei Jahren war das sicher so. Seit es nicht mehr erlaubt ist, die Jahresabschlüsse zu prüfen und denselben Mandanten auch zu beraten, entspannen sich die Preise, sodass eine Mischkalkulation nicht mehr aufgeht. Auch die Unternehmen legen Wert auf Qualität der Abschlussprüfung und suchen sich nicht mehr den billigsten Jakob aus.

Der Kapitalmarkt verlangt schnelle Information. Kaum ist das Jahr vorbei, kommen schon die ersten Zahlen. Geht diese Hektik zu Lasten der Qualität?

Das ist ein gewisses Risiko. Vor allem für große Konzerne mit Hunderten von Tochtergesellschaften. Hier bedarf es guter Planung und Organisation bei Aufstellung und Prüfung der Abschlüsse. Dann lässt sich auch dieser so genannte Fast Close meistern.

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