Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2007

07:07 Uhr

Interview mit Ikea-Gründer Ingvar Kamprad

„Ohne Spaß muss Arbeit doch die Hölle sein“

VonWalter Pellinghausen
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Der Gründer des schwedischen Möbelkonzerns Ikea, Ingvar Kamprad, kommt gleich nach Bill Gates und Warren Buffett: Das Forbes-Magazin führt ihn als drittreichsten Menschen der Welt auf. Im Interview sprach er über soziale Verantwortung, Unternehmertum, Erfolg – und warum er mit 80 Jahren noch immer überall auf der Welt Ikea-Märkte besichtigt.

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad: "Ohne Lust und Spaß muss Arbeit doch die Hölle sein." Foto: ap/ikea

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad: "Ohne Lust und Spaß muss Arbeit doch die Hölle sein." Foto: ap/ikea

Herr Kamprad, alle Welt rätselt, wie reich Sie eigentlich sind. Manche behaupten gar, Sie seien 2006 der reichste Mann der Welt gewesen. Verraten Sie es uns?

Ich habe dem US-Verleger Steve Forbes einmal einen ausführlichen Brief geschrieben. Sein Magazin führt mich als drittreichsten Menschen der Welt, hinter Microsoft-Gründer Bill Gates und Finanzguru Warren Buffett. Das ist doch ehrenvoll.

Der Wert der Aktiendepots dieser Herren lässt sich berechnen. Ikea aber ist unverkäuflich, gehört der Stiftung Ingka Foundation und nicht Ihnen persönlich. Ihre Familie besitzt aber die Lizenzgeberin Inter Ikea Systems und die Ikano-Gruppe, die sicher ein respektables Vermögen repräsentieren.

Das nenne ich immer unsere Reserve für die Zukunft. Auch wir tun Gutes, reden aber nicht darüber. Wenn Gates und Buffett Lärm machen wollen, dann sollen sie das tun. Ich nicht.

Sie meinen damit deren Milliardenstiftungen?

Ja, ich sehe für uns als Unternehmer ursächlich den Auftrag, soziale Verantwortung zu übernehmen.

Wie meinen Sie das?

Wir werden in diesem Geschäftsjahr 10 000 neue Arbeitsplätze schaffen. Wir investieren zum Beispiel massiv in China, verbessern mit unseren Waren die Lebensqualität der dortigen Bevölkerung, ohne zu wissen, wann wir die ersten Gewinne realisieren werden. Das ist Unternehmertum. Es funktioniert aber nur, weil wir kein börsennotiertes Unternehmen sind und nicht unter dem Druck von Anlegern und Analysten solche schwer kalkulierbaren Risiken vermeiden müssen.

Und das alles finanzieren Sie aus Ihrer "Reserve für die Zukunft"?

Ja. Was wir gerade in China wagen, haben wir in den Neunzigerjahren in Russland gemacht. Das war mein Traum. Als ich mit meiner Frau im Auto von Moskau nach Jekaterinburg gefahren bin, habe ich viel Armut gesehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×