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15.01.2013

14:10 Uhr

Investitionsstopp

Strabag legt Offshore-Pläne auf Eis

Das Geschäft mit Offshore-Windparks ist dem Baukonzern Strabag noch zu unsicher, um hunderte Millionen Euro dafür auszugeben. Bis auf weiteres haben die Österreicher nun einen Investitionsstopp beschlossen.

Baustelle des Konzerns Strabag. dpa

Baustelle des Konzerns Strabag.

DüsseldorfDer österreichische Baukonzern Strabag hat den Ausbau seiner Aktivitäten im Bereich Windparks auf hoher See bis auf Weiteres gestoppt. "Es sprechen derzeit noch zu viele Gründe dagegen - von der unklaren rechtlichen Situation und unklaren Zukunft der Energiepolitik am deutschen Markt bis hin zur fehlenden Speichertechnologie für Strom aus erneuerbaren Quellen und zur fehlenden Transportmöglichkeit der Energie vom Erzeuger zum Verbraucher", begründete Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner am Dienstag die Entscheidung.

Ursprünglich wollte Haselsteiner mehrere Hundert Millionen Euro ausgeben für den Bau einer Fabrik und von Spezialschiffen zum Transport von selbst entwickelten Beton-Schwerkraftfundamenten für Offshore-Windparks.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Anders der deutsche Konkurrent Hochtief : "Offshore bleibt für uns ein wichtiges Geschäftsfeld, in dem wir große Chancen sehen", sagte ein Hochtief-Sprecher. "Mit unserer Flotte und unserer Marktposition sind wir ideal aufgestellt." Der Essener Baukonzern plant, entwickelt und errichtet Windparks auf hoher See. Der Konzern kümmert sich zudem um den Netzausbau an Land und um die Speicherung von Energie, zum Beispiel in Pumpspeicherkraftwerken.

Bislang sind wegen der Risiken für Betreiber und Netzfirmen erst wenige Offshore-Windanlagen vor Deutschlands Küsten in Betrieb oder Bau. So stellt der Energiekonzern RWE wegen der Verzögerungen beim Netzanschluss die Ziele seiner Ökostromtochter in Frage. Dennoch setzen besonders die großen Versorger auf Offshore-Strom, der auch den Ausfall der Atomkraftwerke kompensieren soll. Vor allem für die norddeutsche Küstenregion ist die Technik ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Von

rtr

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