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30.08.2014

12:44 Uhr

Investment schiefgelaufen

Neue Millionen-Forderung gegen Middelhoff

ExklusivEx-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff gerät immer stärker unter Druck. Mit der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag steht ein weiterer Gläubiger auf der Matte. Und diese fordert kein Kleingeld.

Hinter jeder Tür ein neuer Gläubiger: Eine Investition könnte Thomas Middelhoff viel Geld kosten. dpa

Hinter jeder Tür ein neuer Gläubiger: Eine Investition könnte Thomas Middelhoff viel Geld kosten.

Ein Investment aus den 90er-Jahren kommt Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff nun teuer zu stehen. Nach Informationen der digitalen Tageszeitung Handelsblatt Live macht nun auch ein Fonds der Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gewobag Forderungen gegen den 61-Jährigen geltend. Es geht um 996.128,59 Euro.

Grund für die Verbindlichkeiten ist der Immobilienfonds „Gewobag 3“, der völlig anders lief als gewünscht. Middelhoff hatte über den Fonds für wohlhabende Privatanleger in Häuserkomplexe in Berlin investiert. Doch es traten Berichte über Schadstoffbelastungen des Areals auf, das Land Berlin kürzte zudem Fördergelder. Die Fondsanleger, also auch Middelhoff, sollten Millionensummen nachzahlen.

Die Rechsstreitigkeiten des Thomas M.

Charterflüge

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft dem 61-Jährigen Untreue in 49 Fällen vor. In dem Strafverfahren vor dem Essener Landgericht geht es vor allem um Charterflüge auf Firmenkosten, die von Arcandor bezahlt worden waren, obwohl sie laut Staatsanwaltschaft privaten Zwecken dienten. Middelhoff hatte öffentlich erklärt, er habe sich korrekt verhalten.

Sal. Oppenheim

Das Kölner Institut Sal. Oppenheim hatte das Ehepaar Middelhoff Ende 2013 auf knapp 78 Millionen Euro verklagt. Kredite seien nicht zurückgezahlt worden. Zuvor hatte Middelhoff seinerseits die Bank auf 101 Millionen Euro verklagt.

Arcandor I

Im September 2013 erklärte das Landgericht Essen, es halte einen Sonderbonus, den der Manager kurz vor seinem Arcandor-Ausscheiden erhielt, für nicht gerechtfertigt. Er soll rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen, hat aber Berufung angekündigt.

Arcandor II

Der 61-Jährige verlangt seinerseits von den Insolvenzverwaltern wegen angeblichen Rufmords Schadenersatz in Höhe von 120 Millionen Euro. Gegen einen entsprechenden Mahnbescheid haben die Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Hans-Gerd Jauch Widerspruch eingelegt. Sie hatten Middelhoff und andere Arcandor-Manager auf Schadenersatz von insgesamt 175 Millionen Euro verklagt, unter anderem wegen angeblicher Managementfehler. Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Hamm könnte Jahre dauern.

Josef Esch

Mit seinem ehemaligen Vermögensverwalter Josef Esch liegt Middelhoff ebenfalls im Clinch. Im Streit um Unterhaltskosten für seine Luxusyacht einigten sich Middelhoff und Esch im Jahr 2012 außergerichtlich auf eine Zahlung von 2,5 Millionen Euro, Frist 30. September 2013. Überwiesen hat Middelhoff bis heute nicht, Esch geht gerichtlich gegen Middelhoff vor. Middelhoff selbst will von seinem Ex-Vermögensverwalter 33 Millionen Euro, weil der ihn falsch beraten und sein Privatvermögen riskiert haben soll.

Die Sanierung des Fonds kam die Gesellschafter teuer zu stehen – wenn sie denn zahlten. Die Forderungen, die jetzt von Middelhoff verlangt werden, stammen aus jenem Geschäft. Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller gibt sich dazu schmallippig: „Wir sind gerade dabei, das Thema zu lösen. Aus diesem Grund wollen wir uns dazu nicht näher äußern.“

Die mit dem Fall auf Fonds-Seite betraute Berliner Kanzlei Damerau Rechtsanwälte ist optimistisch. Für die unbestrittene Forderung gebe es bereits Kaufinteressenten.

Von

bog

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