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09.08.2013

04:23 Uhr

110 Millionen Dollar

Yahoo zahlt Tumblr-Gründer „Bleibeprämie“

Wer bleibt, verdient: Der Tumblr-Gründer David Karp bekommt von Yahoo zusätzliches Geld, wenn er seinem Microblogging-Dienst weitere vier Jahre treu bleibt.

Tumblr-Gründer David Karp: Das Internetunternehmen Yahoo hatte sein Start-Up für mehr als eine Milliarde Dollar gekauft. AFP

Tumblr-Gründer David Karp: Das Internetunternehmen Yahoo hatte sein Start-Up für mehr als eine Milliarde Dollar gekauft.

San Francisco Der Internetkonzern Yahoo zahlt Tumblr-Gründer David Karp 110 Millionen Dollar (82 Millionen Euro) dafür, dass er bis mindestens Juni 2017 bei der von ihm gegründeten Blogging-Plattform bleibt. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Meldung Yahoos an die Aufsichtsbehörde hervor. Die Summe setzt sich zusammen aus einer Barzahlung von 40 Millionen Dollar sowie Aktien und Optionen im Wert von 70 Millionen Dollar. Yahoo hatte das Start-up-Unternehmen im Mai für 1,1 Milliarden Dollar gekauft.

Schulabbrecher Karp gründete Tumblr 2007. Es wird vermutet, dass der 27-Jährige 20 bis 25 Prozent der Tumblr-Aktien besitzt. Teil des Deals war, dass er die Blogging-Plattform weitgehend von Yahoo unabhängig weiterbetreiben kann.

Yahoo - Einmal Star und zurück

Ein Katalog fürs Internet

Als immer mehr Menschen online gingen, sorgt Yahoo für Orientierung: Das Unternehmen, 1994 von den Stanford-Doktoranden Jerry Yang und David Filo gegründet, führte in seinen Anfangsjahren einen Katalog mit interessanten Webseiten. Die Einträge erstellten zunächst nicht Suchroboter, wie es heute üblich ist, sondern Menschen. Um die Suche baute Yahoo bald ein Portal mit weiteren Diensten auf.

Profiteur des Dotcom-Booms

Bereits 1996, zwei Jahre nach der Gründung, ging Yahoo an die Börse. In den folgenden Jahren gehörte die Firma zu den Lieblingen der Anleger, der Aktienkurs stieg auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms auf den Höchstkurs von 119 Dollar. Als die Blase platzte, brachen jedoch auch die Werbeeinahmen ein – und der Kurs stürzte auf gut 8 Dollar ab.

Zu zweit gegen Google

Allein kamen Yahoo und Microsoft nicht gegen den Suchmaschinen-Riesen Google an – also taten sie sich 2009 zusammen. Seitdem nutzt Yahoo etwa die Suchmaschinen-Technologie von Microsoft („Bing“). Die Werbeumsätze teilen sich die Unternehmen. Echte Konkurrenz machen die beiden dem Primus aber auch gemeinsam nicht. Zuvor hatte Microsoft versucht, Yahoo komplett zu übernehmen, allerdings vergeblich.

Profitables Engagement in China

2005 beteiligte sich Yahoo am chinesischen Web-Portal Alibaba. Von dieser Partnerschaft profitiert das US-Unternehmen bis heute: Mit dem Verkauf von Anteilen nahm es 2012 4,3 Milliarden Dollar ein. Sollte Alibaba wie erwartet an die Börse gehen, könnte Yahoo weitere Milliarden erlösen.

Konzern ohne Führung

2007 stieg Yahoo-Mitgründer Jerry Yang zum CEO auf. Doch er hatte kein glückliches Händchen und übergab die Geschäfte bereits ein Jahr später an Carol Bartz. Die Saniererin eckte jedoch mit ihrer burschikosen Art so an, dass der Verwaltungsrat sie feuerte. Es folgten drei Kurzzeit- oder Interims-Chefs bis 2012 die langjährigere Google-Managerin Marissa Mayer die Geschäfte übernahm.

Marissa Mayer übernimmt

Es war ein Coup: Im Juli 2012 vermeldete Yahoo, dass die prominente Google-Managerin Marissa Mayer neue Chefin wird. Die wirbelte das Unternehmen in den ersten Monaten kräftig durcheinander, übernahm diverse Startups und sorgte auch sonst für Schlagzeilen. Die Schwäche im Kerngeschäft mit Anzeigen – vor allem Bannern – konnte sie aber nicht abstellen.

Mail, Suche, Nachrichten

Yahoo hat monatlich mehr als 700 Millionen Nutzer. Zu den beliebtesten Angeboten des Konzerns gehören Nachrichten, Suchmaschine und der E-Mail-Dienst. Eine treue Fangemeinde hat auch der Fotodienst Flickr. Zudem übernahm Yahoo 2013 für 1,1 Milliarden Dollar die Blogging-Plattform Tumblr, deren Community rasant wächst.

Altavista, Delicious, Alltheweb

Viele Dienste stellte Yahoo über die Jahre wieder ein, etwa die Suchmaschinen Altavista und Alltheweb. Den Social-Bookmarking-Dienst Delicious verkaufte das Unternehmen 2011 wieder.

Der Konzern hat unter der Vorstandsvorsitzenden Marissa Mayer im ersten Halbjahr zehn Internetfirmen aufgekauft, um den von Google und Facebook bedrängten Konzern neu aufzustellen. In der Meldung an die Börsenaufsicht teilte Yahoo außerdem mit, im vergangenen Quartal 44 Millionen Dollar für sechs Firmen ausgegeben zu haben. Im ersten Halbjahr investierte Yahoo 1,15 Milliarden Dollar für insgesamt zehn Firmen einschließlich Tumblr.

Von

ap

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