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22.06.2014

17:41 Uhr

21st Century Fox

Murdoch bringt weltgrößte TV-Produktionsfirma an den Start

ExklusivJames Murdoch will weiter wachsen – auch in Deutschland. Er hält das Potenzial des deutschen Bezahlfernsehens für lange noch nicht ausgereizt. Sein Plan: Zehn Millionen Kunden in Deutschland für Sky.

Rupert Murdoch und sein Sohn James. ap

Rupert Murdoch und sein Sohn James.

DüsseldorfDie Film- und Fernseh-Holding 21st Century Fox des Medienunternehmers Rupert Murdoch wird schon in wenigen Monaten zusammen mit der Investmentgesellschaft Apollo Global Management die weltweit größte TV-Produktionsfirma auf den Start bringen. Das bestätigte Murdochs Sohn James, der Chief Operating Officer bei Fox ist, in einem Interview mit dem Handelsblatt (Montagausgabe). Apollo und Fox fusionieren derzeit die Firmen Endemol („Big Brother“), Core Media („American Idol“) und Shine (The Biggest Loser“). „Das ist ein sehr aufregendes Projekt“, sagte Murdoch Junior.

Der zweitälteste Sohn des Medienmoguls, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Pay-TV-Senders Sky Deutschland ist, hält das Potenzial des deutschen Bezahlfernsehens für noch längst nicht ausgereizt. „Obwohl noch viel Arbeit vor uns liegt, sehe ich bei der Entwicklung der Abonnentenzahl keine Grenze nach oben“, sagte er. „Wenn wir Kurs halten, gibt es keinen Grund, warum wir nicht auch in Deutschland eines Tages zehn Millionen oder sogar noch mehr Kunden haben könnten.“ Derzeit hat Sky Deutschland 3,7 Millionen Kunden. Den Vertrag mit Sky-Chef Brian Sullivan, von dem es in Branchenkreisen hieß, er wolle Deutschland verlassen, hat Murdoch verlängert. „Brian und ich arbeiten seit elf, zwölf Jahren zusammen. Ich hoffe, es werden noch ein paar mehr.“

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Im Streit um die Sport-Produktionsgesellschaft Plazamedia deutete Murdoch an, dass Sky langfristig auf ihre Dienste verzichten könnte. Sky wollte 75 Prozent der Anteile der Firma übernehmen, die im Besitz der Constantin Medien ist und für den Sender für die Produktion Spiele der Fußball-Bundesliga verantwortlich ist. Constantin ließ die Übernahme aber kurzfristig platzen. „Ich hoffe, wir schaffen es noch, den Deal erfolgreich abzuschließen“, sagte Murdoch. „Falls nicht, müssen wir uns überlegen, wie wir künftig unsere Sportprogramme selbst produzieren.“

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