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06.08.2015

02:08 Uhr

21st Century Fox

Sky-Verkauf schluckt Gewinne

Der Verkauf von Sky riss bei 21st Century Fox Löcher in die Bilanz: Der US-Medienkonzern muss Abstriche verkraften. Zwar verhageln vor allem Sonderkosten die Bilanz, doch operativ könnte es durchaus besser laufen.

Er zieht weiter die Fäden: Rupert Murdoch hatte Anfang Juli den Posten als Vorstandschef an seinen Sohn James abgegeben - die Quartalszahlen von 21 Century Fox kommentierte er aber trotzdem. ap

Rupert Murdoch

Er zieht weiter die Fäden: Rupert Murdoch hatte Anfang Juli den Posten als Vorstandschef an seinen Sohn James abgegeben - die Quartalszahlen von 21 Century Fox kommentierte er aber trotzdem.

New YorkDer US-Unterhaltungsriese 21st Century Fox hat wegen hoher Sonderkosten durch den Verkauf von Sky Italia und Sky Deutschland einen Gewinneinbruch verzeichnet. Im Geschäftsquartal bis Ende Juni fiel der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 999 auf 87 Millionen Dollar (80 Mio Euro), wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Allerdings hatte die Veräußerung der Bezahlsender Ende 2014 auch zu einem Einmalertrag in Milliardenhöhe geführt.

Der Umsatz sank, ebenfalls belastet durch den Wegfall der Sky-Beteiligungen, deutlich von 8,42 auf 6,21 Milliarden Dollar. Im Film- und TV-Geschäft gingen die Erlöse spürbar zurück. Neben zahlreichen Fernsehsendern gehört zu dem Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch auch das bekannte Hollywood-Studio 20th Century Fox. Murdoch hatte Anfang Juli den Posten als Vorstandschef an seinen Sohn James abgegeben.

Im Quartalsbericht ließ sich der Senior, der weiterhin im Verwaltungsrat die Fäden zieht, allerdings nicht nehmen, die Zahlen zu kommentieren und sprach von „soliden“ Finanzergebnissen. Einen Erfolg konnte 21 Century Fox mit der Übertragung der Weltmeisterschaft im Frauenfußball verbuchen, die überraschend viele Zuschauer anzog und so die Werbeerlöse klingeln ließ.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Insgesamt kämpft der Konzern wie die anderen großen Kabelanbieter in den USA mit der sinkenden Bereitschaft der Kunden, große Programmpakete zu kaufen. Seit es Alternativen wie Netflix gibt, die ausschließlich über das Internet zu empfangen sind, sparen sich immer mehr US-Verbraucher den teuren Kabelanschluss.

Die Befürchtung, den Unterhaltungsriesen könne ihr traditionelles Geschäftsmodell wegbrechen, hatte zur Wochenmitte bereits die Aktien der großen Medienkonzerne Disney, 21 Century Fox und Time Warner stark belastet. Auslöser war ein eingetrübter Geschäftsausblick, den Disney am Vorabend abgegeben hatte. Die Quartalsergebnisse des Murdoch-Konzerns lagen aber über den Markterwartungen. Das federte den Absturz des Aktienkurses nachbörslich zumindest etwas ab.

Von

dpa

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