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07.08.2014

04:39 Uhr

21st Century Fox

„X-Men“ füllt Rupert Murdochs Kassen

Actionstreifen bescheren Murdochs Konzern 21st Century Fox satte Gewinne: Filme wie „X-Men“ sorgten für einen unerwartet hohen Sprung. Aber auch in der Kabel-TV-Sparte kann sich der Medienmogul nicht beklagen.

Rupert Murdoch darf sich freuen: Sein Medienkonzern 21st Century Fox hat einen großen Gewinn- und Umsatzsprung hingelegt. Reuters

Rupert Murdoch darf sich freuen: Sein Medienkonzern 21st Century Fox hat einen großen Gewinn- und Umsatzsprung hingelegt.

Bangalore"X-Men" sei Dank: Kassenschlager wie der Actionfilm haben dem Medienkonzern 21st Century Fox von Rupert Murdoch einen unerwartet großen Gewinn- und Umsatzsprung beschert. Im vierten Geschäftsquartal (per 30. Juni) blieben unter dem Strich 999 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr war ein Verlust von 371 Millionen Dollar aufgelaufen. Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 8,42 Milliarden Dollar. Die Filmsparte legte um 38 Prozent zu.

Die Erwartungen der Analysten konnte der Murdoch-Konzern damit übertreffen. Die Zahlen wurden an der Börse entsprechend gut aufgenommen - die Aktie setzte ihren Aufwärtstrend zur Wochenmitte im nachbörslichen Handel fort.

Klare Worte zum geplatzten Time-Warner-Deal

Unterdessen plant Murdoch nach der überraschenden Absage einer Übernahme von Time Warner nach eigenen Angaben keinen neuen Anlauf. Die Entscheidung stehe, sagte der 83-Jährige am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zur Vorstellung der Quartalszahlen seines Konzerns 21st Century Fox. Noch deutlicher wurde der für das operative Geschäft zuständige Manager Chase Carey: "Lassen Sie mich das klar sagen: Für uns ist die Sache erledigt."

Mit der 80 Milliarden Dollar schweren Fusion wäre einer der größten Medienkonzerne der Welt entstanden, der die beiden Hollywood-Studios 20th Century Fox und Warner Bros. sowie zahlreiche Fernsehsender wie CNN oder HBO besessen hätte. Murdoch traf mit seiner Offerte auf den Widerstand von Time Warner und sagte das Vorhaben überraschend ab. Manche Experten vermuteten dahinter Taktik, um einen neuen Anlauf zu wagen.

Fox sei aus strategischer Sicht ein vollständiger Konzern und habe klare Vorstellungen von der Zukunft, sagte Murdoch in der Telefonkonferenz aus Anlass der Quartalszahlen, an der er normalerweise nicht teilnimmt.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Der neueste Streifen der "X-Men"-Reihe, der wie die Vorgänger auf Marvel-Comics basiert, kam am 23. Mai in die Kinos. Seitdem hat er 740 Millionen Dollar eingespielt. Auch der animierte Familienfilm "Rio 2 - Dschungelfieber" trug zum Ergebnis bei. Fox kann aber auch in der Kabel-TV-Sparte einen Umsatzsprung von fast 38 Prozent vorweisen, weil der Konzern mehr Werbung verkaufte und mehr Abonnenten für seine Sportkanäle gewinnen konnte.

Neben Fernsehsendern gehört auch das Filmstudio 20th Century Fox zum Konzern. Dagegen hatte Murdoch die Zeitungen und Bücher in die Schwestergesellschaft News Corp abgespalten, die ihre Zahlen am morgigen Donnerstag veröffentlichen wird. Murdoch und seine Familie sind bei beiden Unternehmen der Mehrheitseigner.

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