Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.05.2013

19:51 Uhr

600-Millionen-Euro-Klage

Telekom siegt gegen Telegate-Gründer

Im Verfahren der Firmengründer gegen die Deutsche Telekom lehnte das Kölner Gericht eine Klage wegen zu hoher Rechnungen für Telefondaten ab. Auch eine Klage von Telegate selbst wurde abgewiesen.

Die Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn. dpa

Die Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn.

FrankfurtIm Klagemarathon gegen die Deutsche Telekom wegen überteuerter Telefonbuch-Daten haben die Gründer der Auskunftsfirma Telegate vor Gericht eine Schlappe erlitten. Die Schadenforderung von Klaus Harisch und Peter Wünsch über 612 Millionen Euro plus Zinsen sei vom Kölner Landgericht erstinstanzlich abgelehnt worden, sagte eine Telegate-Sprecherin am Dienstag.

Das Gericht habe daneben auch eine Klage von Telegate selbst gegen den Bonner Konzern über 86 Millionen Euro wegen entgangener Geschäftsmöglichkeiten abgewiesen. Die Münchner Firma werde gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen, ergänzte die Telegate-Sprecherin. Eine Sprecherin des Landgerichts bestätigte die Ablehnung der Klagen.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Das Münchner Auskunftsunternehmen und die Telekom streiten sich schon seit Jahren vor Gericht über Rechnungen für das Überlassen von Namens- und Telefondaten aus der Zeit um die Jahrtausendwende. Für die Informationen hat der ehemalige Staatsmonopolist nach Ansicht von Telegate zu viel Geld verlangt.

Telegate klagte dagegen und bekam nach einem Gang durch die Gerichtsinstanzen vom Bundesgerichtshof voriges Jahr 97 Millionen Euro zugesprochen. Damit erhielt Telegate die zuviel gezahlten Gebühren zurück. In den neuen Klagen machen das Unternehmen sowie Harisch und Wünsch, die Telegate Mitte der 90er Jahre gegründet hatten, geltend, dass sie durch die überzogenen Gebühren der Telekom auf dem lukrativen Auskunftsmarkt nicht wie geplant Fuß fassen konnten - den Schaden wollen sie ersetzt haben. Ein Telekom-Sprecher wollte sich dazu unmittelbar nicht äußern. Früheren Aussagen zufolge sieht die Telekom keine Grundlagen für die Forderungen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×