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20.01.2005

11:45 Uhr

Abbau von Handy-Subventionen

T-Mobile will Milliarden einsparen

Die Mobilfunkgesellschaft T-Mobile will in Europa 2200 Arbeitsplätze streichen – davon bis zu 1200 Stellen in Deutschland. Das ist Teil eines Sparplans, den die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom bereits vor einigen Monaten ankündigte und am Donnerstag in Details vorstellte. Er soll die jährlichen Kosten des Unternehmens um eine Mrd. Euro und damit um mehr als zehn Prozent senken.

T-Mobile-Chef Rene Obermann will auch bei Handy-Subventionen sparen. Foto-Montage: leo

T-Mobile-Chef Rene Obermann will auch bei Handy-Subventionen sparen. Foto-Montage: leo

slo DÜSSELDORF. Die Hälfte angepeilten Summe kommt durch Ersparnisse bei Mobiltelefonen zustanden. T-Mobile will seine Geräte künftig mit niedrigeren Summe subventionieren. Damit hat der Mobilfunkbetreiber im vergangenen Jahr schon begonnen. Zudem will das Unternehmen eine deutlich kleinere Auswahl an Mobiltelefonen anbieten und bessere Einkaufskonditionen aushandeln.

Der Stellenabbau soll insgesamt 150 Mill. Euro an Ersparnis einbringen und nach Möglichkeit – vor allem in Deutschland – ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehen. Insgesamt beschäftigt T-Mobile in Europa 21 000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Der Personalabbau soll laut T-Mobile-Chef Rene Obermann sozialverträglich gestaltet werden, etwa durch den Verzicht auf die Nachbesetzung von Posten, Altersteilzeit oder Teilzeitbeschäftigung. Man sei optimistisch, durch Verhandlungen mit den Sozialpartnern die Zahl noch deutlich zu reduzieren, sagte Obermann weiter.

Hintergrund des Sparplans ist das langsamere Wachstum des Mobilfunkmarktes. In Westeuropa haben rechnerisch betrachtet bereits mehr als 80 Prozent aller Menschen ein Handy. Wer sich jetzt noch ein Gerät anschafft, bringt den Mobilfunkbetreibern verhältnismäßig geringe Umsätze. Daher ist auch die für die Branche wichtige Kennziffer, Durchschnittsumsatz pro Nutzer und Monat, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken – von 50 Euro vor fünf Jahren auf inzwischen die Hälfte.

Um diesen Trend umzukehren, wollen die Unternehmen ihre Kunden künftig mit günstigeren Handy-Tarifen vom klassischen Festnetztelefon weglocken und ihnen stärker mobile Internetdienste näher bringen. T-Mobile will daher das ersparte Geld in die Entwicklung solcher Dienste und in einfachere und niedrigere Tarife stecken.

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