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02.02.2012

10:21 Uhr

Abbaupläne

Deutsche IBM-Belegschaft in Aufruhr

VonMartin-W. Buchenau, Jens Koenen

Der amerikanische IT-Riese IBM plant in Deutschland einen massiven Stellenabbau. Bis zu 8000 der 20.000 Arbeitsplätze könnten wegfallen. Die Mitarbeiter sind besorgt, doch das Management schweigt sich aus.

Die IBM-Deutschlandzentrale in Ehingen. Abbaupläne beim Personal schockieren die Belegschaft. dpa

Die IBM-Deutschlandzentrale in Ehingen. Abbaupläne beim Personal schockieren die Belegschaft.

Stuttgart/FrankfurtAuch Schweigen ist eine Botschaft. Etwa bei IBM. Der amerikanische IT-Riese plant bei seiner deutschen Landesgesellschaft in den nächsten Jahren einen massiven Stellenabbau. Bis zu 40 Prozent der 20.000 Stellen könnten wegfallen, wie das Handelsblatt berichtete. Doch das Management in Stuttgart mauert und äußert sich dazu nicht.

Steckt dahinter Absicht, etwa eine Strategie? In der Belegschaft wächst dieser Verdacht. "Die sind in der US-Zentrale vielleicht ganz froh, dass jetzt mal eine Zahl draußen ist. Das ist gut für den Aktienkurs, und vielleicht geht ja der eine oder andere freiwillig", mutmaßt ein langjähriger Mitarbeiter.

Für Bert Stach, den Verhandlungsleiter der Gewerkschaft Verdi bei den IBM-Tarifgesprächen, ist dieser Zustand unzumutbar. Er forderte die Geschäftsleitung gestern auf, für Klarheit zu sorgen. "Schon seit längerem vermuten viele, dass etwas passiert. Jetzt ist es an der Zeit, Farbe zu bekennen", sagte er.

Doch genau das passiert nicht - bislang jedenfalls. "Wir machen keine Angabe zur Höhe der Beschäftigung in Deutschland", gab sich Martina Koederitz, seit Mai vergangenen Jahres Deutschland-Chefin von IBM, am Dienstagabend vor dem Wirtschaftspresse-Club Stuttgart zugeknöpft.

Und das Wenige, was sie dennoch preisgab, blieb recht abstrakt. So sei Deutschland der viertgrößte IT-Markt der Welt und habe damit entsprechende Bedeutung für IBM. "Wir begleiten unsere Kunden von Deutschland aus, wenn sie ins Ausland gehen. Und bieten ihnen die Dienste, die sie von uns wünschen. Wir sind ein globaler Konzern", sagte Koederitz.

Doch den besorgten Mitarbeitern von IBM helfen solche Aussagen nicht. Seit langem geht die Angst vor einem drastischen Personalabbau um. Denn die deutsche Tochter erreicht Vorgaben der Konzernmutter in den USA nicht, heißt es in Stuttgart. Offizielle Zahlen gibt es nicht, Unternehmenskenner berichten aber je nach Sparte von Umsatzrückgängen oder Nullwachstum.

Kommentare (11)

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der_Mahner

02.02.2012, 11:30 Uhr

Deutschland ein Eldorade für Unternehmen und Kriminelle. Am besten jetzt noch schnell den Staat um Hilfe anbettel. dann konnten mit ein paar hundert Millionen die Arbeitsplätze noch 1-2 Jahre bestehen bleiben.

Es ist einfach unglaublich wie sich die BRD von Unternehmen an der Nase herumführen lässt. Für viele internationale Konzerne stellt Deutschland den wichtigsten Absatzmarkt in Europa dar. Die Produktion in der BRD wurde von den meisten bereits vor vielen Jahren abgeschafft. Die Regierung innerhalb Europas jagen sich mit Subventionen noch gegenseitig die Arbeitsplätze ab.
Wer sich die verarbeitende Industrie in USA oder England ansieht kann sich sehr einfach erklären weshalb arm und reich extrem auseinander driften. Ich frage mich wieso nahezu jedes Land in dem Dt. seine Produkte verkaufen möchte von den dt. Firmen eigene Produktionsstandorte/Technologietransfers oder Firmenzentralen verlangt. Wird dies nicht akzeptiert gibt es keine Aufträge oder es wird den Unternehmen schlicht unmöglich gemacht in dem Land Fuss zu fassen.
Absatzmärkte können nur da existieren wo die breite Masse Vermögen hat und dieses Investieren kann.
Also öffentliche Aufträge gegen Arbeitsplätze. So läuft es nun mal auf der ganzen Welt.

anonymus_007

02.02.2012, 12:36 Uhr

@der_Mahner
gebe Ihnen vollkommen Recht!
Leider denken heutige Manager, sind ja keine Eigentümer, nur kurzfristig in Ihren Amtsperioden.
Hauptsache für sich, maximal herausschlagen was geht. Nach mir die Sintflut, was aus der Firma, nach mir, wird scheißegal.
Sozial, bzw. Volkswirtschaftlich denkt keiner von diesen Typen! Man kann ja nicht anders, wir haben ja die Globalisierung.

Hans

02.02.2012, 13:57 Uhr

Die IBM Deutschland hatte mal 6000 Produktions-Arbeitsplätze. Diese wurden in der Zeit von Olav Henkel aufgegeben. Von ihm ist der Satz überliefert, die Produktion ist ein Klotz am Bein.

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