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20.02.2014

19:30 Uhr

Abhörskandal

Ex-Chefredakteurin weist Vorwürfe zurück

Abgehörte Telefonate und Beamtenbestechung – von diesen Maßnahmen will die ehemalige Chefredakteurin des Boulevardblatts „News of the World“ nichts gewusst haben: Brooks beteuert vor einem Londoner Gericht ihre Unschuld.

Rebekah Brooks: Sie war von 2000 bis 2003 Chefredakteurin der inzwischen eingestellten Zeitung. dpa

Rebekah Brooks: Sie war von 2000 bis 2003 Chefredakteurin der inzwischen eingestellten Zeitung.

LondonDie frühere Chefredakteurin des britischen Boulevardblatts „News of the World“ hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Abhörskandal um die inzwischen eingestellte Zeitung zurückgewiesen. Sie habe von den illegalen Praktiken nichts gewusst, beteuerte Rebekah Brooks am Donnerstag vor einem Gericht in London. Es war die erste Prozess-Aussage der 45-jährigen Angeklagten, die zudem pikante Einblicke in die Enthüllungsmethoden ihres Blattes gab.

Auf die Frage, ob sie über die Abhörmaßnahmen informiert gewesen sei, antwortete Brooks: „Nein, überhaupt nicht.“ Sie räumte zwar ein, dass Detektive für die Boulevardzeitung im Einsatz waren. Doch dies sei auch in andere Verlagshäusern gängige Praxis.

Brooks war von 2000 bis 2003 Chefredakteurin der inzwischen eingestellten Zeitung, bevor sie in gleicher Funktion zum Schwesterblatt „Sun“ wechselte. Später leitete sie die britische Zeitungssparte von Rupert Murdochs Medienunternehmen News International. Brooks und ihren Mitangeklagten wird vorgeworfen, Telefonate abgehört, Beamte bestochen und polizeiliche Ermittlungen behindert zu haben.

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Unter anderem geht es um das Anzapfen der Mailbox eines vermissten britischen Schulmädchens, das 2002 schließlich ermordet aufgefunden wurde. Zu den Abhör-Opfern zählten auch Stars wie Paul McCartney und der Schauspieler Jude Law sowie Politiker, Mitglieder der Königsfamilie und Angehörige getöteter Soldaten.

Richter John Saunders hatte die langjährige Vertraute von Medienzar Murdoch vor ihrer Aussage von einem der gegen sie erhobenen Bestechungsvorwürfe freigesprochen. Dabei ging es um eine angeblich von ihr genehmigte Bestechungszahlung von 4000 Pfund (rund 4900 Euro) an einen Beamten für ein Foto, das Prinz William bei einer Kostümparty an der Militärakademie Sandhurst im Bikini zeigt. Das Foto war letztendlich nicht veröffentlicht worden, die „Sun“ berichtete im September 2006 aber in einem Artikel mit der Überschrift „Willy im Bikini“ darüber.

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