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02.08.2011

18:22 Uhr

Abhörskandal um Murdoch

News International ließ Mails löschen

Die Murdoch-Affäre zieht ihre Kreise: Während die Politiker in Urlaub gefahren sind, schreiten die Ermittlungen in dem Abhör- und Bestechungsskandal voran. Am Dienstag gab es die inzwischen elfte Festnahme.

News International: Der Murdoch-Konzern wird von Ermittlern unter die Lupe genommen. Quelle: dapd

News International: Der Murdoch-Konzern wird von Ermittlern unter die Lupe genommen.

LondonDie wegen illegaler Recherchepraktiken in die Kritik geratene britische Zeitungsgruppe News International hat offenbar tausende interne E-Mails löschen lassen. Das teilte das indische IT-Unternehmen, das für die Computersysteme der Gruppe zuständig ist, in einer Erklärung an den zuständigen britischen Parlamentsausschuss mit. Die Löschung sei allerdings kein ungewöhnlicher Vorgang, hieß es von dem IT-Unternehmen. Hinweise
darauf, dass Beweismaterial für die laufenden Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Zeitungsgruppe vernichtet wurde, gab es zunächst nicht.

Nach Angaben des indischen IT-Dienstleisters wurden bei News International seit April 2010 in neun Fällen insgesamt rund 200.000 nicht zustellbare Mails, sehr alte Nachrichten aus den Archiven sowie doppelt vorhandene Mails von Mitarbeitern gelöscht, die auf eine neuere Softwareversion umgestiegen waren. Die Zeitungsgruppe News International des Medienmoguls Rupert Murdoch steht im Mittelpunkt eines Medienskandals um abgehörte Telefone, bestochene Polizisten und andere illegale Recherchemethoden bei der zum Konzern gehörenden und inzwischen eingestellten Boulevardzeitung „News of the World“.

Inzwischen wurden elf Menschen in der Affäre von der Polizei festgenommen, darunter die Vorstandsvorsitzende der Verlagsholding, Rebekah Brooks, und der früherer Chefredakteur der „News of the World“ und spätere Regierungssprecher unter Premierminister David Cameron, Andy Coulson. Am Dienstag nahm die Polizei einen weiteren 71 Jahre alten Mann fest. Nach Informationen der BBC und des „Guardian“ handelt es sich dabei um den
ehemaligen geschäftsführenden Redakteur der Zeitung, Stuart Kuttner.

Von

dpa

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