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13.02.2013

10:58 Uhr

Acer-Europachef Ahrens

„Microsoft muss mehr für Windows 8 werben“

Der schlappe PC-Verkauf schmerzt den Hersteller Acer. Das neue Betriebssystem Windows 8 habe den Absatz kaum belebt, klagt Europachef Oliver Ahrens. Trotzdem setzt der Konzern auf das System – und ein Billig-Tablet.

Oliver Ahrens ist Europa-Chef des taiwanesischen Computerherstellers Acer. Acer

Oliver Ahrens ist Europa-Chef des taiwanesischen Computerherstellers Acer.

DüsseldorfDas Geschäft mit Windows 8 läuft aus Sicht des Computerkonzerns Acer bislang enttäuschend. „Der Marktstart war an den Verkaufszahlen nicht nachzuvollziehen“, sagte Europachef Oliver Ahrens im Gespräch mit Handelsblatt Online. Microsoft, aber auch die Hersteller hätten die Vorzüge der neuen Software mit ihrer Touch-Oberfläche nicht ausreichend erklärt. Dabei zeige die Marktforschung, dass Verbraucher Windows 8 gute Noten geben, wenn sie es verstanden haben.

Die Flaute des PC-Marktes trifft Acer besonders hart. Der Absatz des taiwanischen Herstellers ist binnen eines Jahres um 6,7 Prozent zurückgegangen, im letzten Quartal betrug das Minus laut Zahlen des Marktforschers IDC sogar 28 Prozent. Dagegen ist Acer im boomenden Tablet-Markt bislang kaum präsent. „Auf dieses Marktumfeld stellen wir uns gerade ein, das ist bisher für die PC-Industrie neu“, sagte Ahrens. „Unsere Analyse lautet: Nur wenige Nutzer, die ein Tablet haben, verzichten vollständig auf den PC. Aber die Beschaffungszyklen für Notebooks und Desktops verlängern sich.“

PC-Markt Deutschland

Nicht gut in Form

Der PC-Markt in Deutschland ist umkämpft. Der Absatz ist im dritten Quartal 2012 um 19 Prozent auf 2,68 Millionen Computer gesunken, wie das auf IT-Themen spezialisierte Marktforschungsunternehmen Gartner ermittelt hat. Belebung könnte allerdings die Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 gebracht haben – diese schlägt sich in den Zahlen noch nicht nieder.

Nummer 1: Lenovo

Die Nummer 1 in Deutschland ist Lenovo. Das chinesische Unternehmen verkaufte zwischen Juli und September 421.000 Geräte, ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum. Da der Markt schrumpfte, konnte Lenovo seinen Anteil damit auf 15,8 Prozent steigern.

Nummer 2: Acer

Acer musste massive Einbußen von mehr als 11 Prozent hinnehmen, verzeichnet aber trotzdem mit 14,7 Prozent etwas mehr Marktanteil als noch vor einem Jahr. 392.000 Geräte verkaufte das taiwanische Unternehmen in Deutschland.

Nummer 3: Hewlett-Packard

Noch bitterer lief es für Hewlett-Packard, einst die Nummer 1 im PC-Markt: Der US-Hersteller verkaufte im dritten Quartal nur noch 336.000 PCs, fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil schrumpfte auf 12,6 Prozent.

Nummer 4: Dell

Dell verkaufte 206.000 PCs, rund 35.000 weniger als im dritten Quartal des Vorjahres – da andere Hersteller größere Einbußen hatten, stieg der Marktanteil damit aber leicht auf 7,7 Prozent.

Nummer 5: Asus

Ein besonders schlechtes Jahr hatte Asus: Der Absatz brach um 37,8 Prozent auf 196.000 Geräte ein. Marktanteil: 7,3 Prozent.

Deswegen will Acer in diesem Jahr zum einen seinen Marktanteil bei Tablets und Smartphones ausbauen. So stellte der Konzern im Januar auf der CES das kompakte Tablet Iconia B1 zum Kampfpreis von 119 Euro vor, das vor allem als Zweitgerät gedacht ist. Acer arbeitet außerdem an neuen Smartphones, die Ende Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt werden sollen.

Zum anderen will der taiwanische Hersteller im PC-Markt mit hochwertigen Windows-8-Notebooks angreifen. „Wenn sich der Kunde ein Gerät kauft, dann ein höherwertiges mit einer Ausstattung, die längerfristig hält“, sagte Ahrens. Das sei daran abzulesen, dass die Durchschnittspreise für Notebooks steigen. Davon könnte Acer, das 90 Prozent seiner Geräte an Privatkunden verkauft, profitieren: „Acer hat früher das mittlere Drittel des Marktes adressiert“, sagte Ahrens. „Heute sind es 100 Prozent des Marktes: Wir haben ein Tablet für 119 Euro, aber mit dem S7 auch ein Ultrabook im Premiumsegment, das bis zu 1500 Euro kostet.“

Von

chk

Kommentare (6)

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Anonym

13.02.2013, 11:02 Uhr

Sicherlich ist einzig das Betriebssystem schuld. Immer der Andere.

Account gelöscht!

13.02.2013, 11:26 Uhr

Das Ding ist schlicht nicht ausgereift und ich frage mich wie man sowas in der Form auf den MArkt schmeissen kann. Ein Blick alleine in die Systemmeldungen bzw. dessen Aufzeichnungen spricht Bände.

Ansich kein schlechtes System und ganz stabil aber wie gesagt, es ist nicht ausgereift.

willi

13.02.2013, 12:14 Uhr

Vielleicht hat ACER vergessen, daß die IT Welt vielfältiger geworden ist. beispiel: Bei mir zuhause gab es früher auch den Familien PC, heute nur noch ein iPad - sonst nichts, das reicht uns.

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