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26.07.2015

09:03 Uhr

Afrikanische Start-ups

Die Mark Zuckerbergs aus Afrika

Wer an Afrika denkt, denkt oft an Konflikte, Armut und Korruption. Aber eine neue Generation von Afrikanern will das Image ändern – mit Kreativität und moderner Technologie.

Die 26-jährige Kenianerin hat einen Onlinevertrieb gegründet, über den lokale Hersteller von Kunsthandwerk ihre Produkte weltweit verkaufen können. dpa

Catherine Mahugu

Die 26-jährige Kenianerin hat einen Onlinevertrieb gegründet, über den lokale Hersteller von Kunsthandwerk ihre Produkte weltweit verkaufen können.

KapstadtSie sind jung, sie sind klug, und sie kommen aus Afrika. Noch vor ihrem 30. Geburtstag haben sie erfolgreiche Firmen gegründet, Arbeitsplätze geschaffen und zumindest einen Teil des riesigen Potenzials ihres Kontinents verwirklicht. Rund 70 Prozent der Bevölkerung Schwarzafrikas ist laut einer Statistik der Vereinten Nationen unter 30. Je nach Ausbildung kann das ein Vor- oder Nachteil sein. Denn Analphabetismus ist noch weit verbreitet, aber immer mehr junge Menschen bauen sich trotz Schwierigkeiten eine eigene Existenz auf.

„(Junge Menschen) nicht in die derzeitige Entwicklung Afrikas einzubeziehen, wäre ein großer Fehler“, betonte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma erst kürzlich. Hohe Arbeitslosigkeit, mangelnde Bildung und fehlende Qualifikationen sind noch immer eine große Herausforderung für junge Leute in Afrika.

Aber immer mehr intelligente junge Menschen haben Erfolg. Sie tragen in Bereichen wie Gesundheit, Technik, Handel, Handwerk und Verkehr, zu Innovation und Fortschritt bei.

Der Kameruner Arthur Zang war 27, als er einen Touchscreen Tablet-PC erfand, der Krankenpflegern in abgelegenen ländlichen Gegenden bei Herzuntersuchungen hilft. Die Technologie sei eigentlich simpel, erklärt der Ingenieur. Drahtlose Elektroden am Brustkorb des Patienten würden Daten über eine Bluetooth-Verbindung auf das „CardioPad“ übermitteln, das dann ein digitales EKG zur Ferndiagnose an einen Spezialisten sende.

Kurz nach dem Uni-Abschluss erhielt Zang eine Existenzgründerbeihilfe von 36.000 Euro von dem Kameruner Präsidenten Paul Biya zur Herstellung der ersten 20 Geräte. Jetzt ist Zang dabei, seine Firma zu vergrößern. Er würde gerne zum Wachstum einer Medizinindustrie in Afrika beitragen, die „Geräte für Krankenhäuser vor Ort und zu bezahlbaren Preisen herstellt“.

In Ghana gehört der 24-jährige Raindolf Owusu, der erst im vergangenen Jahr seinen Studienabschluss in Informatik machte, bereits zu den Spitzenunternehmern seines Landes. Vor vier Jahren gründete er die Softwarefirma „Oasis Websoft“, die Afrikas ersten Internetbrowser, „Anansi“, entwickelte. Das Wirtschaftsmagazin Forbes bezeichnete Owusu daraufhin als den Mark Zuckerberg des Kontinents.

„An der Universität gab es einfach zu viel Theorie. Ich wollte etwas Praktisches. Deshalb entschied ich mich, an Dingen zu arbeiten, die Probleme lösen“, sagte Owusu der Deutschen Presse-Agentur.

Als Ende 2013 die Ebola-Epidemie in Westafrika ausbrach, entwickelte Owusu schnell eine interaktive Handy-App, auf der Menschen Informationen abrufen und Fragen zu dem Virus stellen konnten. „Der Anfang war sehr, sehr schwer“, sagt Owusu. Er bat seine Angestellten, zu Hause oder im Café zu arbeiten, um Kosten zu sparen und so viel Einkommen wie möglich wieder in die Firma investieren zu können.

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