Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2007

19:00 Uhr

Aktie fällt

Preiskampf mit Intel macht AMD zu schaffen

Der US-Chiphersteller AMD hat wegen des scharfen Preiskampfes mit Branchenprimus Intel eine Umsatzwarnung ausgegeben. Im abgelaufenen Vierteljahr lägen die Erlöse unter den Erwartungen der Analysten und der operative Gewinn werde deutlich schrumpfen, teilte der weltweit zweitgrößte Hersteller vom Mikroprozessoren am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

HB SAN FRANCISCO. Grund dafür seien geringere Durchschnittspreise für AMD-Chips. Die Aktien von Advanced Micro Devices (AMD) stürzten nach Börsenbeginn rund zehn Prozent in die Tiefe, auch Intel-Papiere gaben leicht nach. AMD beschäftigt in Deutschland über 3000 Mitarbeiter, die meisten davon in seinen beiden Dresdner Chipfabriken.

Branchenexperten machten für die Entwicklung bei AMD den Preiskampf mit Intel verantwortlich. Der Weltmarktführer bot vor allem ältere Prozessoren deutlich billiger an, um Platz für seine neuen „Core Duo“ und „Core zwei Duo“-Chips zu schaffen, die bei höherer Leistung weniger Strom verbrauchen. „Intel hat einige echte Schnäppchen-Angebote gemacht, vor allem bei Desktop-PCs“, sagte Nathan Brookwood, Präsident der Beratungsfirma Insight64 in Silicon Valley. „Und das hat AMD dazu veranlasst, seine Preise deutlicher zu senken als sie dies eigentlich vorgehabt haben.“ AMD erklärte, die im Schnitt deutlich tieferen Chip-Preise hätten einen kräftigen Anstieg der Stückzahlen weitgehend wettgemacht.

Im vierten Quartal erwartet AMD einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorquartal von lediglich drei Prozent, was auf etwa 1,37 Mrd. Dollar hinauslaufen würde. Analysten hatten Mitte Oktober mit 1,44 Mrd. Dollar gerechnet. Darin sind allerdings Umsätze des Grafikchip-Herstellers ATI nicht enthalten, den AMD Ende Oktober gekauft hatte. Inklusive ATI rechnen die Experten im Schnitt mit 1,84 Mrd. Dollar Umsatz. Zum operativen Gewinn hieß es, dieser werde - ohne ATI betreffende Segmente und die zukaufsbezogenen Kosten - positiv sein, aber wohl „substanziell“ unter dem des dritten Quartals liegen. Es habe zwar einen kräftigen Absatzanstieg gegeben. Die geringeren Preise hätten dies aber aufgefressen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×