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02.02.2007

08:07 Uhr

Aktie legt nachbörslich zu

Amazon-Gewinn geht in die Knie

Der Internet-Einzelhändler Amazon hat wegen größerer Investitionen und höherer Steuern im Weihnachtsgeschäft deutlich weniger verdient als im Jahr zuvor. Da der Gewinnrückgang im abgelaufenen Quartal jedoch weniger drastisch ausfiel als vom Markt erwartet, legte der Kurs der Amazon-Aktie, der im regulären Handel bereits gestiegen war, legte nach Börsenschluss weiter um 3,4 Prozent auf 40 Dollar zu.

Illustration: Handelsblatt.com

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je/HB LOS ANGELES. Amazon, neben Yahoo, Google und Ebay einer der vier großen Internet-Werte, profitierte in seinem vierte Quartal vor allem von der boomenden Nachfrage nach Videospielen, Digitalkameras und Musikspeichern. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent auf knapp vier Milliarden Dollar. Der Reingewinn halbierte sich gleichzeitig von 199 auf 98 Mill. Dollar oder 23 Cents pro Aktie, was Amazon auf eine um 130 Mill. Dollar höhere Steuerbelastung zurückführt. Das operative Ergebnis stieg um ein Fünftel auf 197 Mill. Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 3,8 Mrd. Dollar Umsatz und 21 Cents pro Anteil Gewinn gerechnet.

Im gesamten abgelaufenen Jahr stiegen Amazons Nettoerlöse um 26 Prozent auf 10,7 Mrd. Dollar, während der Reingewinn sich von 359 auf 190 Mill. Dollar fest halbierte. Auch das operative Ergebnis sackte um ein Zehntel auf 389 Mill. Dollar ab, was Amazon-Chef Jeff Bezos in einer Stellungnahme auf höhere Investitionen in Technologie und Ausgaben für die Expansion des Warenangebotes zurückführte.

Amazon hat sich im harten Wettbewerb vor allem mit dem Branchenprimus Ebay zuletzt auf Umsatzsteigerungen konzentriert, die allerdings auf Kosten des Gewinns gingen. Der Internet-Händler investierte dabei vor allem in den Ausbau der technischen Rahmenbedingungen.

Analysten kritisieren Reingewinn als mager

Während Amazon nach wie vor wie ein Hightech-Unternehmen mit einem Kurs/-Gewinn-Verhältnis von über 56 gehandelt wird, halten Analysten einen Reingewinn von 190 Mill. bei über 10 Mrd. Dollar Umsatz selbst für einen traditionellen Versandhändler für mager. Google erwirtschaftete mit fast identischen Erlösen rund drei Milliarden Dollar Reingewinn.

Welche Verrenkungen Amazon machen muss, um sich gegenüber Konkurrenten durchzusetzen, zeigt die anlaufende Website für Schuhe und Handtaschen: Alle Artikel werden kostenlos über Nacht versandt und können innerhalb eines Jahres umgetauscht werden. Darüberhinaus garantiert Amazon, um mindestens zehn Prozent billiger zu sein als die Konkurrenz.

Für das laufende Quartal erwartet Amazon Erlöse zwischen 2,85 und 3 Mrd. Dollar und einen Betriebsüberschuss zwischen 82 und 122 Mill. Dollar. Die untere Grenze wäre ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent.

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