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16.10.2013

06:45 Uhr

Aktie steigt weiter

China-Beteiligung rettet Yahoo das Quartal

VonAxel Postinett

Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat für das dritte Quartal eher mäßige Zahlen präsentiert. Der Konzern kann die steigenden Nutzerzahlen nicht in höhere Einnahmen ummünzen. Der Aktienkurs klettert dennoch – dank China.

Konzernzentrale in Kalifornien: Yahoos Gewinn bricht ein, aber noch weiß Chefin Marissa Mayer dies zu kompensieren. ap

Konzernzentrale in Kalifornien: Yahoos Gewinn bricht ein, aber noch weiß Chefin Marissa Mayer dies zu kompensieren.

San FranciscoWas macht man, wenn die eigenen Zahlen nicht so gut sind? Man zeigt andere, die besser sind: Während Yahoo weiter mit schwachen Umsätzen kämpft, strotzt die Beteiligung an der chinesischen E-Commerce-Plattform Alibaba vor Kraft. Und der Trick wirkt: Die Yahoo-Aktie steigt weiter.

Es gab am Dienstag (Ortszeit) viel zu erklären für Vorstandschefin Marissa Mayer. Yahoos Nettoumsatz sank im dritten Quartal verglichen zum Vorjahr um ein Prozent auf 1,081 Milliarden Dollar, der Nettogewinn nach Bilanzstandard GAAP brach um 91 Prozent ein, was allerdings hauptsächlich einer hohen Einmalzahlung vom chinesischen Partner Alibaba im Vorjahr geschuldet ist. Aber selbst bereinigt um Sondereffekte lag das Nettoergebnis um 24 Prozent niedriger bei 358 Millionen Dollar. Das sind wahrlich keine imposanten Zahlen in einer Branche, in der Konkurrenten wie Google, Facebook und Börsenkandidat Twitter solide zweistellige Wachstumszahlen ausweisen.

Umsatzrückgang

Yahoo schrumpft immer weiter

Umsatzrückgang: Yahoo schrumpft immer weiter

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Da kommen Lichtblicke auf einem anderen Kontinent wie gerufen. Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba zeigt, wie man es macht, und Yahoo hält immer noch 24 Prozent an der Gesellschaft, die sich für einen Börsengang schön macht. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg dort um 61 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Der Teil des Nettoergebnisses, der den Aktionären zusteht, sprang sogar um 159 Prozent auf 707 Millionen Dollar, wie Yahoos Finanzchef ausführlich darlegt. Zahlen, von denen seine Chefin Marissa Mayer nur träumen kann. Zusammen mit Yahoo Japan flossen im Quartal netto 233 Millionen Dollar von Asien in Richtung Kalifornien.

Dazu kommt jetzt noch eine Korrektur bei den Verträgen mit Alibaba-Gründer Jack Ma. Statt wie zuvor besprochen 261 Millionen Aktien muss Mayer nur noch 208 Millionen Aktien für einen Börsengang bereitstellen. Also, folgert die Wall Street, werden mehr Aktien zur Verfügung stehen, die irgendwann bei steigenden Kursen verkauft werden können.

Wie lukrativ das chinesische Füllhorn für den Internet-Pionier auf Sanierungskurs ist, das zeigt ein Vergleich: 2005 konnte Mitgründer Jerry Yang seinem Freund Jack Ma 40 Prozent an Alibaba für eine Milliarde Dollar abkaufen. Ein erster Teilverkauf zurück an Ma brachte 2012 dann über sieben Milliarden ein. Die verbleibenden 24 Prozent könnten bei einem Börsengang schnell 25 Milliarden Dollar wert sein, spekulieren Analysten. Wenn Alibaba an die Börse geht, könnte es zu vergleichbaren Größenordnungen wie bei Facebook geschehen. Irgendwo zwischen 75 und 100 Milliarden Dollar Bewertung gilt als wahrscheinlich.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

16.10.2013, 10:43 Uhr

Marissa ist eine adäquate Partnerin auf Augenhöhe mit einer atemberaubenden Optik, dazu noch clever, intelligent, kompetent und mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet. Vor Jahren bin ich ihr einmal auf dem WEF in Davos persönlich begegnet. Einziges Manko ... leider schon vergeben.

Sie tut genau das richtige; ein etwas altbackenes Unternehmen durch gezielte Akquisitionen für eine jugendliche Zielgruppe wieder interessant zu machen. Egal, ob " Tumblr " oder " Hulu ". Das bestätigen mir zumindest die Gespräche mit all meinen jungen Mätressen und Konkubinen.

Und die Stock Performance seit dem Marissa im Amt ist, spricht ja auch eine eindeutige Sprache und absolut für ihre Strategie. Heiß, heißer, Marissa. So einfach ist das. Over and out !

Yahoo-Nutzer

16.10.2013, 23:13 Uhr

Von den deutschen Medien weitgehend unbeachtet bahnt sich in den USA eine Entwicklung an, die für Yahoo höchst gefährlich werden kann. Eine Umstellung bei Yahoo Mail beraubt die Nutzer einiger wichtiger Funktionen, die Stammkunden bei Yahoo hielten. Yahoo selbst sieht für seine Kunden keine Möglichkeit vor, zur bisherigen Oberfläche zurückzukehren.

Erstaunlich viele Geschäftsleute haben sich dem Proteststurm angeschlossen und zum Teil über Probleme bis hin zum drohenden Verlust von Arbeitsplätzen berichtet. Auch die seriösen Medien in den USA und Großbritannien greifen das Problem zunehmend auf. Das Magazin Slate stellt zum Beispiel die Frage, ob sich der Kundenverlust durch diese Umstellung durch Neukunden ausgleichen lässt.

Bisher blieb die Umstellung weitgehend auf den englischsprachigen Yahoo-Niederlassungen beschränkt, obwohl auch eine Umstellung für andere Länder wie Deutschland angekündigt wurde.

Zum Beleg für den Wahrheitsgehalt dieses Kommentars hier einige aktuelle Links.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2460096/Yahoo-Mail-users-furious-Marissa-Mayer-led-redesign-wiped-away-features-left-interface-looking-like-Gmail-knockoff.html

http://newsusjournal.com/2013/10/15/yahoo-mail-users-hate-gorgeous-redesign-cant-find-the-print-button/

http://www.zdnet.com/anger-explodes-at-yahoo-mail-redesign-disaster-key-functions-removed-or-broken-7000021911/

Slate
http://www.slate.com/blogs/future_tense/2013/10/14/yahoo_mail_redesign_users_rebel_at_marissa_mayer_s_gmail_like_update.html

Fox News
http://www.foxnews.com/tech/2013/10/15/users-hate-yahoo-gorgeous-new-look-call-it-useless-gmail-knock-off/#content

http://www.huffingtonpost.com/2013/10/16/yahoo-mail-change_n_4107257.html

Account gelöscht!

17.10.2013, 04:48 Uhr

Hätte die Frau was Adäquates studiert, wäre sie auch auf der Überholspur. Das kommt dabei raus, wenn Frauenquote das einzig entscheidende ist.
Ach ja: wer hat Deutschlands Frauen noch immer verboten, Ingenieur zu werden? Laut Statistik schaffen das nur 1,5%. Als dumme Lehrerin oder Geiwi wird man nur über die Frauenquote in die oberen Gremien - siehe Thyssen Krupp - gewählt. So geht das dann, sieh auch Fr. Künast und Dumm-Roth.

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