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17.06.2014

15:04 Uhr

Aktionärsempfehlung

Swisscom auf dem Weg zum größten Schweizer Onlinedienst

Wenn sie Publigroup übernimmt, erreicht Swisscom mit seinen Onlineverzeichnissen bald fünf Millionen Nutzer. Der Telekom-Konzern dürfte eine neue Marktmacht aufbauen – denn die jüngste Offerte erscheint aussichtsreich.

Greifen auch im Bereich Onlinedienste nach der Markthoheit: Swisscom will mit Tamedia kooperieren und die Verzeichnisse zusammenlegen. Reuters

Greifen auch im Bereich Onlinedienste nach der Markthoheit: Swisscom will mit Tamedia kooperieren und die Verzeichnisse zusammenlegen.

ZürichSwisscom kommt der Schaffung des größten Schweizer Online-Suchdienstes einen großen Schritt näher. Der Telekomkonzern erhöht die Übernahmeofferte auf 214 Franken je Publigroupe -Aktie von bislang 200 Franken. Der Verwaltungsrat der Publigroupe empfehle den Aktionären, das insgesamt rund 480 Millionen Franken schwere Angebot anzunehmen, teilten Publigroupe und Swisscom am Dienstag mit. Die übrigen Großaktionäre, die knapp 26 Prozent an der Gesellschaft halten, stimmten der neuen Offerte ebenfalls zu.

Der Züricher Verlagskonzern Tamedia erhält für seine Beteiligung von 17,6 Prozent an Publigroupe ebenfalls 214 Franken je Titel. Der Verlag hatte bereits die ursprüngliche Offerte angenommen. Tamedia kann sich dafür am Kerngeschäft von Publigroupe beteiligen.

Swisscom und Tamedia wollen künftig zusammenarbeiten und bringen ihre Verzeichnisdienste „local.ch“ und „search.ch“ in eine gemeinsame Firma ein. Swisscom werde 69 Prozent daran halten, Tamedia den Rest. Damit entsteht eine Verzeichnisplattform in der Schweiz, die monatlich 4,8 Millionen Nutzer erreicht.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Dass die Übernahme der Publigroupe durch Swisscom sowie die angestrebte Partnerschaft zwischen Swisscom und Tamedia am Veto der Wettbewerbsbehörden scheitern, glaubt ZKB-Analyst Daniel Bürki nicht. Auch wenn local.ch und search.ch in der Schweiz auf einen Marktanteil dominant sein werden, dürften die Wettbewerbsbehörden nicht gegen den Zusammenschluss stimmen. „Im internationalen Kontext ist die Konkurrenz mit Suchmaschinen wie Google oder Yahoo groß genug“, sagte Bürki.

Die Minderheitsbeteiligungen der Publigroupe an den Medienunternehmen SNP Société Neuchâteloise de Presse SA, Südostschweiz Presse und Print AG sowie Rhône-Media SA sollen verkauft werden. Die FPH Freie Presse Holding mit den Beteiligungen am St. Galler Tagblatt und der Neue Luzerner Zeitung geht an die Neue Zürcher Zeitung.

Was mit der 47,5 Prozent-Beteiligung von Publigroupe an der deutschen Zanox geschieht, ist offen. Die im Bereich Online-Marketing tätige Firma sei zwar europaweit und in Amerika erfolgreich unterwegs aber nicht sehr profitabel, sagte ZKB-Analyst Bürki. Ein Verkauf an den Axel-Springer-Verlag, der 52,5 Prozent an Zanox hält, sei denkbar, ergänzte der Analyst. „Aber auch ein Börsengang wäre möglich.“

Von

rtr

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