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07.05.2015

11:37 Uhr

Alcatel-Lucent

Telekomkonzern verteidigt Übernahmepläne durch Nokia

Der Telekom-Ausrüster Alcatel-Lucent hat sich im ersten Quartal gegen seinen potenziellen Käufer Nokia durchsetzen können – und seine Gewinnmargen verbessert.

Die Aktien der Franzosen legten im frühen Handel um zwei Prozent zu. AFP

Alcatel-Lucent in Calais

Die Aktien der Franzosen legten im frühen Handel um zwei Prozent zu.

ParisDer Telekom-Ausrüster Alcatel-Lucent hat sich zu Jahresbeginn besser geschlagen als sein potenzieller Käufer Nokia. Die Franzosen verzeichneten im ersten Quartal wegen Problemen in den USA und China zwar einen Verlust von 72 (Vorjahr: minus 73) Millionen Euro, wie der Konzern am Donnerstag bekanntgab. Kostensenkungen, höhere Software-Verkäufe sowie die starke Nachfrage nach Produkten für das Internet-Routing, die Firmen beispielsweise die Bewältigung von großen Datenmengen erleichtern, verhalfen Alcatel aber zu einer Verbesserung der Gewinnmargen.

Auch das Umsatzplus von neun Prozent auf 3,2 Milliarden Euro war mehr als der Markt von Alcatel-Lucent erwartet hatte. Die Aktien legten im frühen Handel um zwei Prozent zu.

Nokia und Marktführer Ericsson hatten dagegen mit ihren Zwischenberichten enttäuscht. Bei den Finnen brach der operative Gewinn um 61 Prozent ein, bei den Schweden um fast ein Fünftel. Einige Alcatel-Aktionäre forderten daher bereits Änderungen an der Kauf-Vereinbarung mit Nokia.

Das schwierige Smartphone-Geschäft von Microsoft und Nokia

Nokia verlor den Anschluss

Nokia prägte einst den Handymarkt mit, doch dann verloren die Finnen den Anschluss. Beim Vormarsch der Smartphones taten sie sich schwer. Das Google-Betriebssystem Android und das iPhone von Apple setzen dem einstigen Marktführer zu.

September 2010

Stephen Elop wechselt von Microsoft an die Nokia-Spitze.

Februar 2011

Nokia gibt die eigene Smartphone-Software Symbian auf. Fortan setzten die Finnen für ihre Computerhandys auf das Microsoft-System Windows Phone. Zuvor hatte Google versucht, Nokia mit ins Boot der Android-Handybauer zu holen.

Juni 2012

Elop kündigt an, 10.000 Arbeitsplätze bei Nokia zu streichen.

Mai 2013

Das Geschäft mit den Windows-Smartphones kommt nicht in Gang. Deren Marktanteil liegt den Marktforschern von IDC zufolge bei 3,2 Prozent. Android-Handys kommen auf 75 Prozent.

September 2013

Microsoft kündigt an, das Handy-Geschäft von Nokia für 3,79 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

April 2014

Kurz vor Abschluss des Verkaufs an Microsoft steckt Nokias Handygeschäft tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal verlor die Sparte 347 Millionen Euro.

Mai 2014

Der Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft bringt Elop Berichten zufolge als Ex-Nokia-Chef gut 24 Millionen Euro ein.

Juli 2014

Microsoft kündigt den Abbau von 18.000 Stellen an. Mit 12.500 Jobs sind vor allem die Ex-Nokianer betroffen.

Juni 2015

Das Geräte-Geschäft wird mit dem Windows-Bereich zusammengelegt. Stephen Elop verlässt Microsoft bereits wieder.

Juli 2015

Microsoft kündigt den Abbau von weiteren 7800 Mitarbeitern an – vor allem im Handy-Geschäft. Der Konzern schreibt bis zu 7,6 Milliarden Dollar ab.

Alcatel-Chef Michel Combs sieht dafür keine Veranlassung. „Die Gründe für das Geschäft liegen nicht in der Entwicklung eines einzelnen Quartals“, sagte er. Auf dem Tisch liegt ein Angebot von 15,6 Milliarden Euro in Aktien.

Von

rtr

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