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15.03.2014

00:53 Uhr

Alibaba und Weibo

Chinesische Web-Giganten streben an die US-Börse

VonMichaël Jarjour

Zwei von Chinas populärsten Web-Firmen kommen nach New York: Der populäre Twitter-Klon Weibo hat seinen Börsengang in den USA angekündigt. Insidern zufolge folgt als nächstes der ungleich größere Konzern Alibaba.

Weibos Funktionen ähneln denen des Kurznachrichtendienstes Twitter, dem größten Konkurrenten des chinesischen Web-Giganten. Reuters

Weibos Funktionen ähneln denen des Kurznachrichtendienstes Twitter, dem größten Konkurrenten des chinesischen Web-Giganten.

New YorkDer nächste große Börsen-Hype steht kurz bevor: Von zwei der populärsten Web-Giganten Chinas wird erwartet, dass sie bald in New York an die Börse gehen.

Chinas Twitter-ähnlicher Social-Media-Service Weibo hat einen entsprechenden Antrag bei der Börsenaufsicht eingereicht. Dem Papier zufolge will der Service 500 Millionen Dollar einsammeln, wovon die Hälfte in Marketing und technologische Innovationen investiert werden solle, schreibt das „Wall Street Journal“. Die andere Hälfte des Geldes soll an die Eigentümerin Sina gehen, um dort Schulden zu tilgen.

Der „New York Times“ zufolge steht auch ein US-Börsengang des chinesischen Giganten Alibaba kurz bevor, schrieb das Blatt unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Es wäre einer der größten Börsengänge der Geschichte, größer als der von Facebook vor zwei Jahren.

Alibaba ist eine Gruppe von E-Commerce-Unternehmen. 2013 hat Alibaba dem Forschungsunternehmen Forrester zufolge Verkäufe von rund 240 Milliarden Dollar abgewickelt. Zum Vergleich: Bei Amazon waren es rund 100 Milliarden Dollar. Dem Unternehmen gehören ein Marktplatz für Jedermann, einer für große Marken wie Apple oder L'Oreal und einen Bezahlservice, der Ebays PayPal ähnelt.

Der Börsengang von Alibaba soll im dritten Quartal dieses Jahres kommen, sagten mit der Sache vertraute Personen dem „Wall Street Journal“.

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Weibo gehört zu den populärsten Internet-Diensten Chinas und verdient wie das US-Pendant Twitter Geld vor allem mit Werbung. Der größte Konkurrent des Unternehmens ist Tencent, der Eigentümerin der Messaging-App WeChat. Dem Börsenantrag zufolge gehört Tencent zu den größten Risikofaktoren für Weibo. Ein weiterer Risikofaktor: Chinas Zensurbehörden. Die Regierung hatte im vergangenen Jahr einige der einflussreichsten Nutzer vom Portal verbannt.

Weibo hat ähnliche Funktionen wie Twitter: Nutzer können kurze Nachrichten mit maximal 140 Zeichen posten und verfügen über einen @-Nutzernamen, können Beiträge mit dem #-Zeichen organisieren und vorhandene Beiträge weiterverbreiten.

Der Service wird dem Unternehmen zufolge täglich von 60 Millionen Menschen genutzt. Insgesamt nutzen rund 600 Millionen Menschen den Service. Wie Twitter verdient Weibo sein Geld vor allem mit Werbung. Im vergangenen Jahr konnte Weibo die Einnahmen mehr als verdreifachen, nachdem die Werbeangebote 2012 eingeführt wurden. Die Einnahmen betrugen rund 180 Millionen Dollar.

Die beiden Web-Portale haben auch Geschäftsverbindugnen: Weibo gehört zu 78 Prozent der Sina Corp., doch einer der größten Aktionäre ist Alibaba, das letztes Jahr über eine halbe Milliarde Dollar für 19 Prozent des Twitter-Klons investiert hat.

Begleitet werden die Börsengänge mit der Sache vertrauten Personen zufolge wahrscheinlich von den Großbanken Morgan Stanley und Credit Suisse. Doch auch andere seien weiterhin im Rennen, so auch die Deutsche Bank, hieß es.

Ein Börsengang Alibabas hätte auch Auswirkungen auf den US-Tech-Markt, da Yahoo knapp einen Viertel an Alibaba besitzt.

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