Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2005

15:47 Uhr

Alles ist noch offen

Verkauf der Handysparte bleibt für Siemens eine Option

Für den Technologiekonzern ist der Verkauf seiner defizitären Mobiltefefonsparte noch nicht vom Tisch. „Es bestehen nach wie vor vier Optionen: Sanieren, Schließen, Verkaufen oder Kooperieren“, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch.

HB MÜNCHEN. Siemens hat eine Vorabmeldung der Tageszeitung „Die Welt“ dementiert, wonach der Konzern seine defizitäre Mobiltelefon-Sparte vorerst nicht verkaufen will. „Es bestehen nach wie vor vier Optionen: Sanieren, Schließen, Verkaufen oder Kooperieren“, sagte ein Sprecher von Siemens am Mittwoch auf Anfrage. Er bekräftigte damit die seit Tagen von dem Münchener Technologiekonzern praktisch gebetsmühlenartig wiederholte Aussage zu dem krisengeschüttelten Bereich. „Dass Siemens seine Handysparte vorerst nicht verkaufen will, hat weder der Konzern noch Dr. von Pierer gesagt“, ergänzte er mit Blick auf die Tageszeitung.

„Die Welt“ hatte zuvor in einer Vorabmeldung zu einem Interview mit Siemens-Chef Heinrich von Pierer (Donnerstagausgabe) berichtet, Siemens werde seine Mobiltelefonsparte vorerst nicht verkaufen. In dem Gespräch wird der an die Spitze des Aufsichtsrats wechselnde Vorstandsvorsitzende mit den Worten zitiert: „Wir haben einen klaren Fahrplan, wie wir das Handygeschäft aus den roten Zahlen bringen. Diesen Fahrplan arbeiten wir ab - zügig, aber nicht hastig. Da gibt es jetzt noch nichts zu verkünden.“ Eine Aussage, wonach von Pierer den Verkauf der Sparte neuerdings als Option ausschließt, findet sich im Wortlaut des Interviews nicht.

Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) in seiner Handysparte einen operativen Verlust von 152 Millionen Euro eingefahren. Eine Software-Panne bei der neuen 65er-Baureihe hatte die Münchener belastet. Weiter drücken hohe Kosten und eine zu langsame Entwicklung. Von Pierer hatte bereits vergangene Woche deutlich gemacht, dass die Investoren zur Hauptversammlung noch nicht mit einer endgültigen Lösung für die Einheit rechnen sollten.

Analysten hatten zuletzt vor allem spekuliert, asiatische Firmen wie der Partner Ningbo Bird, NEC oder BenQ könnten an dem Siemens-Handy-Geschäft interessiert sein. In Branchenkreisen war andererseits daran gezweifelt worden, die Münchener könnten angesichts der gravierenden Probleme einen Interessenten finden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×