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21.07.2012

10:29 Uhr

Amoklauf in den USA

Die Filmbranche ringt um Worte

VonNils Rüdel

Programmänderungen, Polizeipräsenz, abgesagte Premieren: Der Amoklauf in einem US-Kino hat die riesige Vermarktungsmaschine des neuen „Batman“-Films abrupt gestoppt. Die Folgen werden auch in Deutschland spürbar sein.

Tote bei "Batman"-Premiere

Verdächtiger nach Amoklauf im Kino festgenommen

Tote bei "Batman"-Premiere: Verdächtiger nach Amoklauf im Kino festgenommen

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WashingtonEs war eine der am heißesten erwarteten Premieren der vergangenen Jahre, und eine der am lautesten Beworbenen. Für den neuen Batman-Film „The Dark Knight Rises“ ließ das Filmstudio Warner Bros. keine Gelegenheit aus, in Erwartung von Millionenumsätzen für den Blockbuster zu trommeln, der in der Nacht zum Freitag in den USA Premiere feierte. Im Kino, Fernsehen, bei Facebook und bei Twitter: Die Fledermaus war überall.

Am Freitagmorgen dann wäre die Zeit gewesen für erste Jubel-Nachrichten über klingelnde Kassen und Rekord-Besucherzahlen. Normalerweise. Doch Warners Twitter-Kanal blieb für die nächsten Stunden stumm. Entsetzt erfuhren die Manager wie auch das restliche Amerika aus dem Fernsehen, dass soeben ein Amokläufer bei der Batman-Premiere in einem Kinosaal zwölf Menschen erschossen und mindestens 58 verletzt hatte.

Die Tragödie in Aurora im US-Bundesstaat Colorado hat die riesige Vermarktungsmaschine um „The Dark Knight Rises“ abrupt zum Halten gebacht. Filmstudio, Vermarkter und Kinoketten warfen noch am Freitag ihre Pläne für das fein ausgeklügelte Premieren-Spektakel über den Haufen und suchten nach Worten für das Unbeschreibliche. Als Vertreter der Filmbranche zeigte sich der ehemalige Senator Chris Dodd „geschockt“. „Wir richten unsere Gebete an die Opfer, deren Familien und alle, die von der Tragödie betroffen sind“, sagte der Chef des Filmverbandes MPAA.

Blutbad bei US-„Batman“-Premiere: Amokläufer tötet 12 Kinobesucher

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Amokläufer erschießt 12 Menschen

Bei der Premiere des neuen „Batman“-Films in den USA tötete ein Amokläufer 12 Menschen.

Bei Warner Brothers dauerte es ein paar Stunden bis zur ersten Reaktion. Am Vormittag hatten Twitter-Nutzer, erbost über das lange Schweigen, das Unternehmen zu Spenden für die Opfer aufgerufen, während Vertriebschef Dan Fellman laut einem AP-Bericht ab 4 Uhr morgens hektisch herumtelefonierte. Schließlich gab das Filmstudio eine Mitteilung heraus: „Warner Bros. und die Filmemacher sind in tiefer Trauer angesichts dieses schockierenden Ereignisses“, hieß es darin. Regisseur Christopher Nolan sagte laut dem Branchenblatt „Hollywood Reporter“: „Das Kino ist mein zu Hause. Die Vorstellung, dass jemand diesen unschuldigen und erwartungsvollen Ort derart brutal entweiht, ist einfach verheerend“.

Warner Bros. kündigte außerdem an, am Wochenende auf die Veröffentlichung von Einnahmen aus der Premiere verzichten zu wollen, „aus Respekt vor den Opfern“. Das solle dann am Montag nachgeholt werden. Der „Hollywood Reporter“ legte am Freitag allerdings schon mal vor: Das Blatt schätzt die Umsätze auf bis zu 30 Millionen Dollar – das wäre der zweitbeste Mitternachtsverkauf aller Zeiten, nach dem letzten Harry-Potter-Film.

Kommentare (7)

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21.07.2012, 12:46 Uhr

Liebe Amis, liegt sowas vielleicht an euren Waffengesetzen?
Nein gar nicht, jeder Gehirnamputierte, der noch nicht Polizeilich aktenkundig ist bekommt eine Schußwaffe wenn er sie will.....
Na ? wen wunderts da...

berlinerwuff

21.07.2012, 12:48 Uhr

Die Filmbranche ist selbst schuld, wenn sie die Leute über Jahrzehnte hinweg mit entsprechendem Filmmaterial "anheizt", reizt und deren mental amputierte Gehirne noch weiter malträtiert durch GENAU solche, absolut UNNÖTIGE Filme!!!

Fat_Bob_ger

21.07.2012, 15:07 Uhr

wonderland666
In der USA sind wenigstens alle Waffen legal, wenn sie nicht gestohlen wurden. Bei uns gibt es 20 Mio. illegale Waffen. Waffengesetze und Waffenkriminalität sind weitestgehend unkorreliert. Armut, sozialer Abstieg, Überforderung, Ängste sind hingegen mit Kriminalität sehr stark korreliert. Die Waffengesetze sind die Gesetze gegen die am meisten verstoßen wird.

Das soziale Umfeld muss sich fragen, warum sie den Täter hat gewähren lassen. Und die Presse muss sich fragen, warum der Name des Täters innerhalb von 12 Stunden weltweit bekannt war. Diese Tat schreit für alle kranken Gehirne nach Nachahmung. Typen wie Tim K, Herr Breivick und ähnliche dürften eigentlich nur ohne Namen als Irre dargestellt werden. Aber mit großen Schlagzeilen lässt sich besser Geld verdienen.

Vielen Gutmenschen attestiere ich eine äußerst verzerrte Wahrnehmung: Wenn es sich um Krieg oder illegale Waffen/Bomben handelt kräht kein Hahn danach, wenn aber irgendwo ein kleiner Amoklauf stattfindet, dann echauffieren sich alle, weil in einer friedlichen Gesellschaft kleine Gewalttaten auffallen und vermeintlich leicht zu lösen sind. Fakt ist: Beziehungstaten und durchgeplante erweiterte Selbstmorde/Amokläufe sind gar nicht zu verhindern. Wer etwas anderes behauptet, streut dem Bürger Sand in die Augen. Bei 200 Millionen Staatsbürger gibt es immer ein paar Spinner und die muss die Gesellschaft, ob sie will oder nicht, aushalten (können).

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