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13.11.2012

14:33 Uhr

Amtsgericht bestätigt

„Frankfurter Rundschau“ meldet Insolvenz an

Die „Frankfurter Rundschau“ steht vor dem Aus: Das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Die Mitarbeiter sind überrascht und erschrocken.

Das Druckhaus der „Frankfurter Rundschau“ hat einen Insolvenzantrag gestellt. picture alliance / dpa

Das Druckhaus der „Frankfurter Rundschau“ hat einen Insolvenzantrag gestellt.

FrankfurtDie traditionsreiche „Frankfurter Rundschau“ ist von der Einstellung bedroht. Das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main, in dem die Zeitung erscheint, habe am Morgen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Frankfurt am Main. Am Nachmittag werde die Belegschaft auf einer Betriebsversammlung über Einzelheiten informiert.

Über die Insolvenz hatten die Mitarbeiter am Dienstagmittag durch Meldungen auf Nachrichten-Websites erfahren. „Wir sind alle sehr überrascht und erschrocken“, sagte ein Mitarbeiter zu Handelsblatt Online. „Das kam alles so plötzlich und unerwartet. Details kennen wir alle noch nicht.“ Zur Betriebsversammlung sei am Montag ohne Angabe von Gründen eingeladen worden.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter sei der Frankfurter Anwalt Frank Schmitt von der Kanzlei Schultze & Braun eingesetzt worden, sagte der Sprecher des Amtsgerichts. Dessen Kanzlei wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Auch die Geschäftsführung der Zeitung wollte zunächst noch keine Stellungnahme abgeben. Am Nachmittag solle auch die Öffentlichkeit mit einer Presseerklärung über Einzelheiten des vorläufigen Insolvenzverfahrens informiert werden, so der Sprecher des Amtsgerichts.

Die „Frankfurter Rundschau“ (FR) kämpft seit vielen Jahren mit dem Umbruch in der Medienbranche. Das Verlagshaus gehört mehrheitlich der Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg. Daneben sind die SPD über ihre Medienholding beteiligt sowie die Karl-Gerold-Stiftung.

Die FR gilt schon seit geraumer Zeit als Verlustbringer. Die Zeitung hat bereits drastisch Personal abgebaut, der Mantelteil wird überwiegend von einer Redaktionsgemeinschaft des Mutterverlags erstellt und ist zu einem Großteil identisch mit dem der „Berliner Zeitung“. In Frankfurt sind jedoch noch zahlreiche Redakteure nicht nur des Regional- und Lokalteils tätig. Gerüchte über eine bevorstehende Einstellung der Printausgabe und eine Beschränkung der Zeitung auf die Digitalausgabe waren mehrfach dementiert worden.

Kommentare (15)

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Egal88

13.11.2012, 13:58 Uhr

Da mittlerweile sowieso alle Zeitungen regierunsgstreu und gleichlautend schreiben, dürfte der Verlust zu verschmerzen sein.

P.S. Wir wollen Printmedien - aber unabhängig und mit Meinungsvielfalt! Neue Verleger braucht das Land!

umL06

13.11.2012, 14:01 Uhr

Oha, jetzt gehts rund....man hört nur von Pleiten, Pech und Pannen.

Ex-Fotograf

13.11.2012, 14:08 Uhr

Schade um die FR, war eine gute Zeitung!
In nächster Zeit werden sich noch manch andere renomierte Zeitschriften für immer verabschieden. Ich finde sowieso, dass es viel zu viele Zeitschriften und Tageszeitungen gibt. Für jeden scheiss gibts ein Fachmagazin. Und die Journalie ist gewissermaßen mit selbst schuld. Wer seit Jahren der Globalisierung, dem Neoliberalismus in Form seines Raubtierkapitalismus völlig unkritisch gegenübersteht, und diese Wirtschaftsform seit Jahren preist, der hat es am Ende nicht anders verdient unterzugehen. Als nächstes wird es die Financial Times Deutschland erwischen. Wenn niemand mehr bereit ist, gerechte Löhne und Gehälter zu zahlen, für die ich mir eine Zeitungsabonnement leisten kann, dann sind eben auch irgendwann die Journalistenjobs weg. Es ist eine stetig rotierende Abwärtsspirale, die am Ende ALLE in den Abgrund zieht. Nur damit 10% der Gesamtbevölkerung immer reicher werden, müßen die anderen 90% immer mehr schuften und abgeben. Ich habe eine zeitlang als freier Fotograf gearbeitet, da musste ich ständig als Bittsteller darum betteln, dass meine Auftraggeber endlich mal PÜNKTLICH ihre Rechnungen ausgleichten. Am liebsten wollten die eh alles nur noch geschenkt haben. Ich habe dann irgendwann frustriert von heute auf morgen alles hingeschmissen und aufgegeben. So machte es einfach keinen Sinn mehr!

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