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20.10.2015

09:05 Uhr

Analyse zum Computerpionier

IBM kämpft an allen Fronten zugleich

VonAxel Postinett
Quelle:Handelsblatt Online

Zum 14. Mal in Folge meldet der IT-Konzern sinkende Umsätze. Die Gewinnprognose für das gesamte Jahr wird zurückgeschraubt. Die Investoren macht das nervös – mit Ausnahme von Warren Buffett.

IBM befindet sich in einem existenziellen Wandel. dpa

Computerpionier im Umbau

IBM befindet sich in einem existenziellen Wandel.

San FranciscoWenn sich bis zum Börsenbeginn an der Wall Street am Dienstag nichts ändert, dann hat Warren Buffett mal wieder einen schlechten Tag gehabt. Kursverluste von bis zu vier Prozent bei IBM haben dem Orakel von Omaha dann locker eine halbe Milliarde Dollar gekostet.

Soviel Federn musste Buffetts Aktienpaket von rund 79,5 Millionen IBM-Aktien lassen, nachdem der Technologie-Oldie aus Armonk zum 14. Mal in Folge fallende Umsätze meldete. Der Einstandskurs seines IBM-Pakets liege um 170 Dollar, erklärte Buffett im August noch gegenüber CNBC „Squak Box“. Am Montag war sein Paket nachbörslich nur noch 142 Dollar pro Aktie wert.

Was für die meisten der Aktionäre so besorgniserregend ist: Die Gewinnprognose für das gesamte Jahr wird zurückgeschraubt. Der Betriebsgewinn pro Aktie wird sich laut IBM jetzt irgendwo zwischen 14,75 und 15,75 Dollar einpendeln. Bislang war die interne Vorgabe zwischen 15,75 und 16,50 Dollar. Die frühere Untergrenze ist also jetzt Obergrenze.

IBM-Chefin setzt auf Komplettumbau

IBM befindet sich in einem existenziellen Wandel. Daran lässt auch Vorstandschefin Ginni Rometty keinen Zweifel. Konkurrenten wie Amazons Cloud-Dienst AWS melden Wachstumsraten von 81 Prozent, während IBM-Großkunden ihre Aufträge für neue IT-Infrastruktur immer weiter hinauszögern. Der Umsatz brach um 13,9 Prozent weg.

China, einst Wachstumshoffnung, lahmt. Der Umsatz hier ist im Quartal um 17 Prozent eingebrochen, räumte Finanzvorstand Martin Schroeter im Analystengespräch ein. Die Stärke des Dollars belastet zudem die internationalen Umsätze.

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Mit Künstlicher Intelligenz gegen Krebs und Diabetes: IBM gründet eine Firma, die mit 2000 Mitarbeitern Gesundheitsinformationen aus verschiedensten Quellen auswertet. Auch die Daten von iPhone-Nutzern sollen einfließen.

Konsequenterweise setzt Rometty auf Komplettumbau. Während das verbliebene Hardwaregeschäft immer stärker zusammenstaucht wird, sind Wachstum bei Cloud-Computing, Datenanalyse und predictive Computing (voraussagendes Computing) Romettys erklärtes Ziel.

Für den selbstlernende Supercomputer Watson ist eine Karriere in der Gesundheitsbranche geplant. Er soll Ärzten und Krankenhäusern Diagnosen erleichtern und aufgrund der Analyse gigantischer Datenmengen bessere Therapien zusammenstellen. Im August wurde die Akquisition von Merge Healthcare für eine Milliarde Dollar angekündigt. Das Unternehmen ist Experte in der Auswertung von medizinischen Bilddaten, so wie Röntgenaufnahmen. Merge muss jetzt die junge Sparte Health Analytics stärken.

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