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06.08.2014

15:31 Uhr

Anbieterwechsel

Telekom wehrt sich gegen Bummelvorwürfe

Wenn es beim Anbieterwechsel hakt, ist der Schuldige schnell gefunden: Die Konkurrenten schieben Verzögerungen gern auf die Telekom. Doch das ist höchstens die halbe Wahrheit.

Lässt sich die Telekom zu viel Zeit? Medienberichten zufolge beschweren sich viele Kunden, dass der Anbieterwechsel lange dauert. Reuters

Lässt sich die Telekom zu viel Zeit? Medienberichten zufolge beschweren sich viele Kunden, dass der Anbieterwechsel lange dauert.

BonnEine mangelhafte Kommunikation der Telefonfirmen untereinander ist nach Ansicht der Bundesnetzagentur einer der Gründe für steigende Kundenbeschwerden beim Anbieterwechsel. Auch eine unzureichende Kooperation der beteiligten Firmen könne dazu führen, dass der Kunde eine Weile ohne Anschluss bleibt, teilte die Behörde am Mittwoch auf Anfrage mit. Verantwortung hierfür würden nicht nur die Telekom, sondern auch ihre Wettbewerber tragen.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

Das ZDF-Magazin „Frontal“ hatte am Dienstagabend über eine zunehmende Anzahl von Kundenbeschwerden beim Wechsel berichtet und sich dabei die Bundesnetzagentur bezogen. Telefonwechsler müssten wochenlang warten, bis die Telekom die Leitungen frei geschaltet habe.

Bis Ende Juli waren nach den Unterlagen des Magazins die Zahl der Kundenbeschwerden binnen eines Jahres um zwei Drittel auf gut 25 000 Fälle angestiegen. Die Bundesnetzagentur bestätigte die Zahlen. Bei den Verbraucherzentralen sollen sich laut „Frontal“ ebenfalls die Klagen erhöht haben.

In erster Linie sei die Zunahme von Beschwerden aber darauf zurückzuführen, dass seit Mai 2012 der Anbieterwechsel ein neues rechtliches Fundament erhalten habe, erklärte die Bundesnetzagentur. So sei bei der Behörde eine spezielle Beschwerdestelle eingerichtet worden. Dies hätte sich unter den Verbrauchern herumgesprochen und so zu mehr Reklamationen geführt. Derzeit verharrten die Gesamtbeschwerdezahlen auf gleichbleibend hohem Niveau.

Von

dpa

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