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28.03.2012

21:23 Uhr

Android-Patentstreit

Google baut Oracle eine Brücke

Google und Oracle streiten darüber, wer welche Teile des Smartphone-Betriebssystems Android erfunden hat. Nun macht Google mit einem Versöhnungsangebot einen Schritt auf Oracle zu - doch es gibt gleich wieder Probleme.

Das Logo des Android-Systems auf einer Fachmesse. AFP

Das Logo des Android-Systems auf einer Fachmesse.

San FranciscoGoogle ist im Patentstreit mit Oracle auf den US-Softwarekonzern zugegangen. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorging, ist Google bereit, Oracle an den Umsätzen mit dem Betriebssystem Android zu beteiligen. Voraussetzung ist der Nachweis, dass der Internetkonzern Rechte von Oracle verletzt hat.

In dem Streit zwischen den beiden Konzernen geht es um das Betriebssystem Android, das in Smartphones und Tablet-Computern eingesetzt wird und mit dem Google zu einer immer stärkeren Konkurrenz für Apple wird. Oracle hatte Anfang 2010 den Java-Erfinder Sun Microsystems übernommen und wirft Google vor, bei der Entwicklung wissentlich Patent- und Urheberrechte der Java-Software verletzt zu haben. Dafür fordert Oracle Schadenersatz. Google weist die Forderungen zurück.

Der neueste Schritt von Google scheint jedoch nicht zur Beilegung des Rechtsstreits zu führen. Oracle lehnte das Angebot als zu niedrig ab und setzt darauf, den Streit für sich entscheiden zu können.

Der Prozess soll am 16. April beginnen. Der Richter hatte die beiden Konzerne im Vorfeld aufgefordert, Vorschläge zur Straffung des Verfahrens auszuarbeiten. Die Dauer des Prozesses wurde mit acht Wochen angesetzt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

29.03.2012, 05:15 Uhr

Oracle ist seit einiger Zeit das Enfant Terrible der großen Softwareproduzenten. Apple bewegt sich seit letztem Jahr in eine ähnliche Richtung. Klar klagen die anderen auch, aber als Nebenbeschäftigung, nicht als Hauptbühne. Der Showdown ist Oracle wichtiger als der Erfolg. Sie werden bekommen was sie wollen.

SlingShot

29.03.2012, 07:16 Uhr

Oracle wird schon seit geraumer Zeit als das neue SCO bezeichnet. Sie wollen Zeit rausschinden durch Drohungen an Kunden des Gegners.
SCO wurde offiziel von Microsoft finanziell ueber Wasser gehalten, um ein Verfahren gegen das Linux System einzuleiten. SCO behauptete, das einige Teile des Linux Systems unerlaubt von SCO copiert wurden. Um 2004 entwickelte sich Linux als ernste Gefahr zu MS Windows. Linux konnte nur ausgebremst werden mit Hilfe des Pleiteunternehmens SCO, das ploetzlich das Linux System der Patentverletzung bezichtigte. Potentielle Linux Kunden wurden durch massive Drohungen eingeschuechtert. Das Verfahren wurde ueber Jahre durch SCO verschleppt. SCO wurde NUR mit finanziellen Infusionen von Microsoft ueber Wasser gehalten. Am Ende loeste sich das Verfahren in heisse Luft auf, aber Microsoft hatte sich damit ueber 2 Jahre an Zeit gekauft um sein lausiges Windows XP auch nur annaehernd an den Standard von Linux zu bringen.

geostratege

29.03.2012, 09:40 Uhr

@SlingShot: Das sehe ich genau so.
@KlausDieter: Ihre Aussage ist wohl richtig, allerdings wird es wohl ebenfalls im Sande verlaufen.
Ich erinnere an einen Satz des derzeitigen Chefs von General Electric: Eine Gesellschaft, die mehr Geld für Anwälte und Gerichtsverfahren ausgibt als für Forschung und Entwicklung, ist krank! Punkt.

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