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11.09.2015

10:14 Uhr

Android Pay

Google startet eigenen Bezahldienst

In einer Million Läden und Restaurants in den USA können Android-Nutzer jetzt ihre Rechnungen mit einem Google-Bezahldienst begleichen. Damit liefert der Internetriese die Antwort auf Apple Pay.

Vor dem Start hatte Google die Bezahlfirma Softcard gekauft. ap

Android-Pay-App

Vor dem Start hatte Google die Bezahlfirma Softcard gekauft.

WashingtonDer US-Internetriese Google hat seinen Bezahldienst Android Pay in den USA gestartet. Er funktioniere in zunächst einer Million Läden und Restaurants überall im Land und werde in den kommenden Tagen ausgeweitet, teilte der zuständige Produktmanager Pali Bhat am Donnerstag mit. „Das ist nur der Anfang.“ In den kommenden Monaten würden mehr Funktionen hinzukommen, Banken und weitere Einzelhandelsgeschäfte.

Apple Pay in Großbritannien: Die stille Apple-Revolution

Apple Pay in Großbritannien

Die stille Apple-Revolution

Apple hat seinen mobilen Bezahldienst in Großbritannien gestartet. In der U-Bahn, bei McDonald's oder im Café funktioniert der Dienst bereits reibungslos. Deutschland ist davon noch meilenweit entfernt.

Zum Bezahlen ruft die App eine einmalige Nummer auf, so dass die Daten der Kreditkarte nicht sichtbar werden. Google arbeitet mit den vier großen Kreditkartenfirmen American Express, Discover, MasterCard und Visa zusammen. Auch Gutscheine oder Kundenkarten können die Nutzer speichern.

Google hatte den Bezahldienst im Mai angekündigt; im Februar hatte der Konzern die Bezahlfirma Softcard gekauft, die zuvor den Mobilfunkanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon gehörte.

Konkurrent Apple hatte seinen Bezahldienst Apple Pay bereits im Oktober 2014 gestartet; er funktioniert in den USA und seit kurzem auch in Großbritannien. Samsung führte seinen Bezahldienst Samsung Pay im vergangenen Monat in Südkorea ein; Ende September sollen die USA folgen.

Bezahlen mit dem Smartphone

In der Warteschleife

Das mobile Bezahlen mit dem Smartphone gilt als der nächste große Trend. Doch noch immer steckt das Verfahren zumindest in Europa weitgehend in der Warteschleife fest. Vielen Verbrauchern sind die Möglichkeiten noch gar nicht bekannt. Um das zu ändern, seien die Anbieter gefragt, meint der IT-Verband Bitkom. Und es müsse das Vertrauen in die Technologie gefördert werden.

Quelle: dpa

Wo kann ich mobil mit dem Smartphone bezahlen?

Dem Branchenverband Bitkom zufolge gibt es deutschlandweit 60.000 Akzeptanzstellen für das mobile Bezahlen mit dem Smartphone. Unter anderem Tankstellen setzen darauf, aber auch große Ladenketten rüsteten zuletzt deutlich auf. Auch Aldi Nord bietet nun in allen seinen 2400 Filialen bundesweit das mobile Bezahlen mit dem Handy an. Beim Discounter Netto können Kunden sogar über die Apple Watch bezahlen.

Welche Hürden gibt es noch?

Als einer der Flaschenhälse galt bislang, dass der Handel nur spärlich mit entsprechenden Terminals ausgerüstet war. Das soll sich jedoch bald ändern, da die Lesegeräte in großem Stil auswechselt werden. Laut Branchenverband Bitkom liegt auch eine Hürde darin, dass die Nutzer über die Möglichkeiten gar nicht ausreichend informiert seien.

Wie funktioniert mobiles Bezahlen?

Das Geld fließt vom Kunden-Smartphone bis zum Händler über viele verschiedene Wege. Anbieter der Transaktion sind Handelsketten, Telekom- und Internet-Unternehmen oder Hardwarehersteller wie Apple. In der Regel muss sich der Nutzer eine entsprechende App herunterladen. Manche Anbieter setzen auf den QR-Code, ein grafisches Quadrat, das ähnlich wie der Barcode funktioniert. Wer etwa an der Kinokasse mit Yapital bezahlen will, scannt mit dem Smartphone den QR-Code. Das Geld wird von einem vorher hinterlegten Guthaben abgebucht. Die meisten Angebote nutzen aber inzwischen den Nahfeldfunk NFC (Near Field Communication).

Wie läuft es mit NFC?

Dabei wird das Smartphone dicht an das Terminal gehalten. Die Transaktion kann auch über die Eingabe einer PIN-Nummer abgesichert werden. Unter anderem der Kreditkartenanbieter Mastercard etwa setzt auf NFC. Die Technologie wird von den meisten aktuellen Smartphones unterstützt, inzwischen auch von den iPhones von Apple. Deren Bezahlfunktion Apple Pay gibt es zwar vorerst nur in den USA, doch Branchenexperten erwarten, dass der Dienst auch in Europa das mobile Bezahlen deutlich in Schwung bringen wird.

Welche Risiken gibt es?

Werden Zahlungen mit persönlichen Daten mobil verschickt, könnten Kriminelle theoretisch an mehreren Stellen den Datenstrom abgreifen. Der Standard NFC gilt aber als besonders sicher, da er zum Beispiel nur über eine sehr geringe Entfernung vom Smartphone zum Terminal funkt. Dabei werden die Daten verschlüsselt. Bei Apple Pay etwa wird zudem der Fingerabdruck des iPhone-Nutzers für die Absicherung genutzt. Sollte das Smartphone geklaut werden, kann auch der Dieb nicht auf das Konto zugreifen. Kreditkartenanbieter sichern die Transaktionen zusätzlich mit einem Verfahren namens Tokenisierung. Die Daten werden damit so verschlüsselt, dass nur die Bank ihren Kunden identifizieren kann.

Von

afp

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