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08.04.2014

09:57 Uhr

Android TV

Google plant neue Fernseh-Box

Immer mehr Internet-Firmen bringen Geräte auf den Markt, die Videos aus dem Netz auf den Fernseher bringen – Google will nun neben dem Funk-Stick Chromecast, noch Android TV anbieten – nach dem gescheiterten Google TV.

Google will sein zweites Gerät für Online-Video auf dem Fernseher herausbringen – Android TV. Reuters

Google will sein zweites Gerät für Online-Video auf dem Fernseher herausbringen – Android TV.

New YorkGoogle will laut einem Medienbericht sein zweites Gerät für Online-Video auf dem Fernseher herausbringen. Es solle Android TV heißen, berichtete das Technologieblog „The Verge“ am späten Montag unter Berufung auf vorliegende Unterlagen. Ähnlich wie etwa beim Apple TV oder dem neuen Fire TV des Internet-Händlers Amazon gehe es vor allem darum, Filme und TV-Sendungen aus Online-Plattformen zu übertragen. Zugleich setzte Google genauso wie Amazon auf Spiele und auch eine App für den hauseigenen Videochat Hangouts sei auf den Screenshots zu sehen.

Google hat dabei bereits den Funk-Stick Chromecast mit einer abgespeckten Funktionen im Angebot. Mit 35 Dollar beziehungsweise 35 Euro in Europa ist er deutlich günstiger als Mini-Boxen anderer Anbieter. So kosten das Apple TV und das erst vergangene Woche vorgestellte Fire TV in den USA 100 Dollar. Chromecast werde es parallel weiter geben, schrieb „The Verge“.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Der Internet-Konzern hatte bereits vor mehreren Jahren versucht, mit der Plattform Google TV das Internet auf Fernsehgeräte zu bringen. Der Plan scheiterte jedoch an zu komplexer Bedienung und einem schmalen Inhalte-Angebot. Die später angekündigte Wohnzimmer-Box Nexus Q wurde gestoppt noch bevor sie auf den Markt kam – sie sollte deutlich teurer sein als die Konkurrenz. Inzwischen hat Google ein größeres Angebot von Filmen und TV-Serien auf seiner Plattform Play angehäuft.

Von

dpa

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