Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.03.2006

16:35 Uhr

Angebliche Übernahme

Gerücht versetzt Vodafone in Aufruhr

Ein Artikel, publiziert in einer britischen Sonntagszeitung, hat für Aufregung unter den Beschäftigten von Vodafone gesorgt. In dem Bericht hieß es, die Finanzinvestoren Apax und CVC Capital planten die Übernahme des Mobilfunkbetreibers. Selbst die Börse reagierte offenbar auf die windigen Spekulationen.

Vodfafone-Bürogebäude in Düsseldorf. Foto: dpa

Vodfafone-Bürogebäude in Düsseldorf. Foto: dpa

leo/der/co/gr DÜSSELDORF. Die Meldung  £100bn Vodafone takeover bid der „Mail on Sunday“ hatte es in sich: Eine Gruppe von Finanzinvestoren um Apax und CVC Capital wolle Vodafone für umgerechnet 145 Mrd. Euro übernehmen, stand da unter Berufung auf Londoner Finanzkreise. Das Geschäft würde in seinen Dimensionen alles in den Schatten stellen, was Finanzinvestoren bisher gestemmt hätten.

Das deutsche Online-Nachrichtendienst  de.internet.com griff die Meldung noch am Sonntag auf und verbreitete sie weiter. Am Montag schließlich war sie Gesprächsstoff auf den Fluren von Vodafone Deutschland. Nach Informationen von Handelsblatt.com war die Geschichte über ein Intranet-Forum hochgekocht und hatte die Mitarbeiter verunsichert.

Das Gerücht wurde zum Selbstläufer und aus der Spekulation wurde „Gewissheit“. Mitarbeiter von Vodafone wollten im Intranet sogar eine offizielle Meldung gelesen haben, die dann wieder verschwunden sei. Jens Kürten, Pressesprecher von Vodafone Deutschland, dementierte gegenüber Handelsblatt.com einen entsprechenen offiziellen Eintrag im Intranet: „Das ist der größte Quatsch, den ich dieses Jahr gehört habe.“

Auch vom genannten Finanzinvestor CVC kam ein Dementi: „Wenn man sich die genannten Zahlen anguckt, kommt man schnell zu dem Schluss, dass das nicht hinkommen kann“, sagte ein Sprecher gegenüber Handelsblatt.com. Branchenkenner pflichteten ihm bei. Für sie ist eine Übernahme von Vodafone durch private Investmentfirmen mehr als unwahrscheinlich. Sowohl Apax als auch CVC haben jeweils nur Eigenkapital im einstelligen Milliarden-Euro-Bereich. Inklusive der möglichen Kredite kämen beide somit nicht ansatzweise in die Größenordnung, die für den weltgrößten Mobilfunkanbieter benötigt würde – selbst wenn sie ihr gesamtes Eigenkapital nutzen könnten. Vodafone hat derzeit einen Börsenwert von über 100 Mrd. Euro. „Da müssten sich schon alle Finanzinvestoren zusammen tun“, hieß es in Londoner Finanzkreisen.

An der Londoner Börse gewann das Vodafone-Papier bis zum Nachmittag 3,59 Prozent auf 129,75 Pence. Händler erklärten, es sei möglich, dass Anleger auf eine Übernahme durch die Finanzinvestoren spekulieren. Allerdings könnte der Zuwachs auch eine Reaktion auf den Abschied des Ehrenvorsitzenden Christopher Gent sein: Die Investoren hofften, dass sein Amtsverzicht wieder mehr Ruhe ins Management des Konzerns bringt. Gents Nachfolger als Unternehmenschef, Arun Sarin, und Gents frühere Gefolgsleute sollen sich heftig über den weiteren Kurs gestritten haben. Die Übernahmegerüchte werden dem Vodafone-Management gerade zu diesem Zeitpunkt nicht geschmeckt haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×