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07.11.2014

11:24 Uhr

Angebot von Microsoft

Office soll für Smartphones und Tablets gratis werden

Private Anwender sollen künftig die Office-Programme von Microsoft kostenlos auf mobilen Geräten wie iPhone und iPad nutzen können. Das Unternehmen will sich durch diesen Schritt gegen neue Konkurrenten zur Wehr setzen.

Privatleute können künftig Office-Programme auf Smartphones und Tablets wie dem iPad kostenlos nutzen. dpa

Privatleute können künftig Office-Programme auf Smartphones und Tablets wie dem iPad kostenlos nutzen.

RedmondMicrosoft lässt seine Office-Büroprogramme auf Smartphones und Tablets künftig von privaten Anwendern kostenlos nutzen und setzt sich damit gegen neue Konkurrenten zur Wehr. Bisher konnte man die Mobil-Apps für Software wie die Textbearbeitung Word zwar auch kostenlos herunterladen, für die effiziente Nutzung war aber ein Abo für rund zehn Euro im Monat notwendig.

Nun wird man Dokumente gratis erstellen und bearbeiten können, wie Microsoft am Donnerstag ankündigte.

Einige Funktionen bleiben zahlenden Kunden vorbehalten, etwa bei der vertieften Bearbeitung oder Zusammenarbeit mit anderen Nutzern. Zudem gibt es zum Office-365-Abo seit kurzem unbegrenzten Speicherplatz auf Microsofts Cloud-Servern dazu. Gewerbliche Nutzer müssen laut den Lizenzbedingungen auch auf die Bezahl-Version ausweichen.

Das kann das neue Microsoft Office

Umstellung auf Touchscreens

Anfang 2013 brachte Microsoft eine gründlich überarbeitete Version seiner Büro-Software Office heraus. Die augenscheinlichste Änderung: Die Software lässt sich zwar wie gehabt mit Tastatur und Maus bedienen, aber auch über einen Touchscreen.

Noch nicht für alle Betriebssysteme

Für Windows 8, das Betriebssystem aus eigenem Haus, hat Microsoft eigene App entwickelt. Für andere mobile Geräte stehen jedoch noch keine eigenständigen Anwendungen parat – Nutzer dieser Geräte können müssen sich mit dem Browser behelfen. Office läuft somit vor allem auf Windows-Geräten.

Verbindung mit der Cloud

Integraler Bestandteil des neuen Office ist der Online-Speicher Skydrive. Nutzer können hier ihre Dokumente ablegen und von überall aus laden – Briefe, Präsentationen und Tabellen sind so auf allen Geräten aktuell. Zudem lassen sich die persönlichen Einstellungen in der Wolke sichern, zum Beispiel die Liste der zuletzt bearbeiteten Dokumente oder eigene Vorlagen.

Entweder kaufen oder mieten

Microsoft verkauft die Software, vermietet sie aber unter dem Namen Office 365 auch. Für 100 Euro pro Jahr können Anwender die Programme auf fünf verschiedenen Geräten nutzen. Anders als beim Konkurrenten Google Docs läuft Office auf dem lokalen Gerät, nur die Daten werden übers Netz heruntergeladen.

Arbeit mit mehreren Geräten

Das neue Office erleichtert die Arbeit mit mehreren Geräten. Ein Beispiel: Wer zu Hause einen Text schreibt und ihn anschließend im Büro öffnet, kann gleich zur letzten Position springen.

Nah dran an Sozialen Netzwerken

Das neue Office soll es erleichtern, das Adressbuch aktuell zu halten. Nutzer können Daten aus Facebook und LinkedIn mit den eigenen Kontakten zusammenzuführen – die Daten werden auf einer Kontaktkarte zusammengefasst.

Microsoft hatte lange gezögert, seine Office-Programme für Konkurrenz-Plattformen wie Apples iPhones und iPads oder Geräte mit Googles Mobil-System Android verfügbar zu machen. Sie sollten stattdessen den Verkauf Microsofts eigener Geräte ankurbeln, deren Marktanteile nach wie vor gering sind.

In dieser Zeit rückten mobile Geräte jedoch immer weiter in den Arbeitsalltag der Unternehmen vor. Diese Office-Lücke hatten in den vergangenen Jahren andere Software-Anbieter ausgefüllt, die zuletzt Microsofts Rolle im Büro immer mutiger angriffen.

So stellte die Firma Quip vor wenigen Wochen ein Tabellen-Programm vor, dass speziell auf die Arbeit mit Smartphones und Tablets angepasst ist. Außerdem steht bei Quip – wie auch bei anderen neuen Konzepten etwa von Google – die Kooperation der Nutzer im Mittelpunkt.

Microsoft habe anderen Anbietern mit der jahrelangen Zurückhaltung die Tür geöffnet, sagte Quip-Gründer Bret Taylor, der zuvor Technik-Chef bei Facebook war, der dpa.

Auch der seit Jahren schwächelnde Smartphone-Pionier Blackberry versucht, vom Interesse an mobiler Büroarbeit zu profitieren. Sein neues Modell Passport hat neben einer klassischen Tastatur einen großen quadratischen Bildschirm für die Anzeige von Dokumenten.

Microsoft betont, dass die Office-Apps nach dem Start im Frühjahr auf großes Interesse gestoßen seien. So seien etwa die Versionen für das iPad-Tablet mehr als 40 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Von

dpa

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