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20.08.2013

21:00 Uhr

Angebot von Vodafone

Kartellamt will Übernahme von Kabel Deutschland nicht blockieren

Vodafone will für elf Milliarden Euro Kabel Deutschland kaufen. Kartellamtschef Andreas Mundt sieht keine größeren Beeinträchtigungen des Wettbewerbs – vorerst. Bei dem Deal zwischen O2 und E-Plus ist er anderer Meinung.

Kabel Deutschland-Logo: Laut einem Medienbericht hat das Kartellamt vorläufig keine Einwände gegen die Übernahme durch Vodafone. dpa

Kabel Deutschland-Logo: Laut einem Medienbericht hat das Kartellamt vorläufig keine Einwände gegen die Übernahme durch Vodafone.

BerlinDas Bundeskartellamt will sich der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone nicht in den Weg stellen und sieht nun die EU-Kommission am Zug. „Wir sind zu der Einschätzung gekommen, dass die Voraussetzungen für einen Verweisungsantrag nicht erfüllt sind und werden darauf verzichten“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in der Mittwochsausgabe.

Vodafone hat für Kabel Deutschland ein – inklusive Schulden – knapp elf Milliarden Euro schweres Kaufangebot auf den Tisch gelegt. Da damit die maßgeblichen EU-Aufgreifschwellen überschritten werden, muss nun die Europäische Kommission die Übernahme überprüfen. Mundt sieht nicht die Gefahr, dass es zu größeren Wettbewerbsbeeinträchtigungen kommt: „Nach erster, vorläufiger Bewertung unsererseits ist das eher ein komplementärer Zusammenschluss.“

In Deutschland steht derzeit bereits die Fusion von Kabel BW und Unitymedia auf der Kippe. Das Oberlandesgericht Düsseldorf stoppte Mitte August die Übernahme des baden-württembergischen Kabelnetzbetreibers durch die Liberty Global-Tochter nachträglich. Damit hob das Gericht eine Entscheidung des Bundeskartellamts aus dem Jahr 2011 zur Freigabe der Fusion auf.

Bleibt es bei der Entscheidung des Düsseldorfer Gerichts, muss das Kartellamt prüfen, ob es die Fusion unter verschärften Auflagen freigeben kann. Sollte dies nicht der Fall sein, müssten die Unternehmen den bereits vollzogenen Zusammenschluss rückgängig machen.

Bei einer anderen großen Übernahme in Deutschland macht das Kartellamt aber Probleme aus: beim Verkauf der deutschen KPN-Mobilfunk-Tochter E-Plus an Telefonica Deutschland. „Dass ein solcher Zusammenschluss erhebliche Folgen für den Wettbewerb hätte und in all seinen Facetten genau geprüft werden muss, liegt auf der Hand“, sagte Mundt in dem „FAZ“-Interview weiter. Zugleich sieht er das deutsche Kartellamt bei der Entscheidung in der Verantwortung: „Sollte Telefonica Deutschland den Zusammenschluss mit E-Plus anmelden, gehört der Fall aus unserer Sicht eindeutig nach Bonn. Andere EU-Länder können keine Blaupause für dieses Fusionskontrollverfahren liefern. Es kommt allein auf die Marktverhältnisse in Deutschland an.“

O2, eine Tochter des spanischen Telefonica-Konzerns, bietet rund acht Milliarden Euro für E-Plus. Zusammen würden O2 und E-Plus in Deutschland zum Marktführer mit mehr als 40 Millionen Kunden aufsteigen. Hauptantrieb für den Deal sind Einsparungen: Durch die Fusion sollen die Kosten vor allem durch die Verschmelzung der beiden Handy-Netze um mehr als fünf Milliarden Euro sinken. Damit bleiben in Deutschland nur noch drei Handy-Betreiber. Laut Mundt sind es in den meisten EU-Staaten zumindest vier Anbieter.

Von

rtr

Kommentare (4)

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lobbyisten-ins-gulag

20.08.2013, 21:44 Uhr

was zu beweisen war
Vodafon wurde hier schon als problembehaftet bezeichnet
nun wird das problem mit frischem geld aus der übernahme übertüncht
schade ein wirklich gutes unternehmen geht den bach runter

Account gelöscht!

20.08.2013, 23:07 Uhr

Die Engländer und Amerikaner können sich freuen, Internetkontrolle leichtgemacht. Kabel BW geht an die Amerikaner.
Geheimverträge machens ihnen noch einfacher zu spionieren. Bundeskartellamt ist scheinbar blind und hilft beim Aufbau einer zentralistisch gesteuerten(faschistischen Internetstruktur, denn die Internetdienstleister sitzen in den USA. NSA und USA zeigen was möglich ist.

Meikel

21.08.2013, 00:00 Uhr

England (Vodafone) muss zu Europa stehen, sich von den USA, als Zulieferer von Internetinformationen, distanzieren.
Auch die Europäische Kommission muss die Übernahme überprüfen. Ich hoffe, das sie die Geheimverträge des Ausspähens der Aliierten, bei der Entscheidung mit berücksichtigt.

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