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15.08.2014

01:32 Uhr

Angriff auf Telefonica

Telecom Italia steigt in Bieterkampf um GVT ein

Die O2-Mutter Telefonica bekommt Konkurrenz: Nach der Milliarden-Offerte für den Breitband-Provider GVT bekundet nun auch Telecom Italia Interesse an Brasiliens führendem Anbieter schneller Internetverbindungen.

Telefonzelle der Telecom Italia: Noch kein konkretes Angebot an Vivendi abgegeben Reuters

Telefonzelle der Telecom Italia: Noch kein konkretes Angebot an Vivendi abgegeben

Sao PaoloZwischen der Telecom Italia und der spanischen O2-Mutter Telefonica zeichnet sich ein milliardenschweres Bietergefecht in Brasilien ab. Die Italiener forderten am Donnerstag ihren spanischen Rivalen mit der Aussage heraus, Interesse an dem führenden Breitband-Provider GVT zu haben.

GVT ist eine Tochter des französischen Medienkonzerns Vivendi und in Brasilien der führende Anbieter schneller Internet-Verbindungen. Telefonica hatte Anfang des Monats überraschend 6,7 Milliarden Euro für GVT geboten hatte.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Nun meldet auch Telecom Italia Interesse an. Insidern zufolge traf sich Konzernchef Marco Patuano am Mittwoch mit Vivendi-Aufsichtsratschef Vincent Bollore, um eine Kombination der Unternehmen zu erörtern. Die Italiener spielen mit dem Gedanken, GVT mit ihrer brasilianischen Tochter TIM Participacoes zu fusionieren. Dabei könnte Vivendi Medienberichten zufolge letztendlich rund 20 Prozent an Telecom Italia erhalten. Ein konkretes Angebot legte Patuano nicht vor.

Branchenexperten halten im Falle eines konkreten Vorstoßes durch Telecom Italia ein Gegengebot von Telefonica für wahrscheinlich. Telefonica hat bereits seit längerem ein Auge auf GVT geworfen. Bei einem ersten Bieterverfahren musste sich Telefonica 2009 Vivendi geschlagen geben.

Von

rtr

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