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20.06.2013

22:31 Uhr

Angriff auf Twitter

Instagram steigt ins Videogeschäft ein

VonAxel Postinett

Der Foto-Dienst Instagram setzt ab sofort auf Videos. Das von Facebook übernommene Unternehmen greift damit Twitter und Youtube an – dabei bleibt unklar, wie Instagram profitabel werden soll. Die Börse reagiert negativ.

Neues von Facebook

Foto-Dienst Instagram goes Video

Neues von Facebook: Foto-Dienst Instagram goes Video

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Menlo Park„Wir müssen mit Video das machen, was wir schon mit Fotos gemacht haben“. Wenn Instagram-Mitgründer Kevin Systrom sein Versprechen wahr macht, werden Twitter und Googles Youtube ein Problem bekommen. Seit heute können die 130 Millionen monatlichen Nutzer des Fotodienstes auch Videos auf die Webseite hochladen. Doch was die Nutzer erfreuen wird, ist für die Aktionäre der Muttergesellschaft Facebook erst mal ein Dorn im Auge. Noch ist nicht klar, wie mit dem Dienst Geld zu verdienen ist.

„Wir haben vor zweieinhalb Jahren Video zurückgestellt, um uns auf Fotos zu fokussieren“, erklärte Systrom auf einer Presseveranstaltung im Facebook-Hauptquartier in Menlo Park. Doch das habe sich nun geändert. Seit heute lassen sich auf Instagram Videos mit einer Länge von bis zu 15 Sekunden einstellen. Das ist mehr als doppelt so lang wie beim Konkurrenzdienst Vine von Twitter mit sechs Sekunden.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Ein Basissatz an Editierfunktionen und 13 neue Filter speziell für Videos runden das Programm ab. Das Startbild des Videos kann frei gewählt werden, womit es in der Instagram-Timeline attraktiver platziert werden kann. Das erste aufgenommene Bild eines Videos ist oftmals eher langweilig.

Mehrere Sequenzen lassen sich hintereinander aufnehmen und verwackelte Aufnahmen im Nachhinein per Software stabilisieren. Bei einem ersten Test vor Ort funktionierte das bei mäßig verwackelten Aufnahmen sogar erstaunlich gut. Während der Wiedergabe des Videos lässt sich die Wirkung der verschiedenen Filter am Bildschirm kontrollieren, wobei sich nahtlos zwischen den Filtern hin und her springen lässt.

Video für Instagram ist ein attraktives Angebot und ein direkter Angriff auf Twitter. Dessen Videodienst Vine hat nach Unternehmensangaben mittlerweile 13 Millionen Nutzer und nach Erhebungen des Analysedienstes Topsy werden täglich im Schnitt zwölf Millionen Vine-Videos hochgeladen.

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