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16.05.2014

18:05 Uhr

Angst vor Zwei-Klassen-Internet

Internetbranche wehrt sich gegen FCC-Pläne

In den USA heizt sich der Kampf um die Netzneutralität auf. Der Telekom-Regulierer FCC veröffentlichte seine Pläne für bezahlte Überholspuren im Internet – und schürt so die Angst vor dem Zwei-Klassen-Internet.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Debatte um die Netzneutralität in den USA merklich aufgeheizt. AFP

In den vergangenen Tagen hatte sich die Debatte um die Netzneutralität in den USA merklich aufgeheizt.

WashingtonDie amerikanischen Telekom-Regulierer sind mit ihren Plänen für mögliche bezahlte Überholspuren im Internet auf heftige Kritik gestoßen. Der am Donnerstag verabschiedete Vorschlag könne „den Anfang vom Ende für das Internet, wie wir es kennen, einleiten“, erklärte der einflussreiche Senator Al Franken. Die Online-Videothek Netflix warnte, die Pläne der Telekom-Aufsicht FCC (Federal Communications Commission) könnten die Diskriminierung von Unternehmen beim Zugang zum Internet legalisieren.

Jetzt steht eine rund viermonatige Diskussion um das Konzept der FCC an. Kommentare können zunächst bis Mitte Juli eingereicht werden; bis Mitte September ist Zeit für Antworten. Erst danach steht eine endgültige Entscheidung an.

„Den Anbietern von Breitband-Anschlüssen darf nicht die Möglichkeit gegeben werden, langsame und schnelle Fahrspuren im Internet zu errichten“, erklärte Michael Beckerman, der Vorsitzende der Internet Association, einer Vereinigung namhafter Internetfirmen von Amazon und Facebook bis zu Google und Twitter. Beckerman befürchtet, dass dadurch bestimmte Websites und am Ende auch die Nutzer benachteiligt würden.

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In den USA wird die Netzneutralität immer stärker in Frage gestellt. Dass gerade dort in diesem Punkt besonders viel geschieht ist nicht verwunderlich, schaut man auf aktuelle Streaming-Statistiken.

Bei einer bezahlten Überholspur ginge es im Kern darum, sich zum Beispiel für Video-Übermittlungen oder medizinische Dienste garantierte Leitungskapazitäten und Qualitätsstufen bei der Übertragung gegen zusätzliches Entgelt sichern zu können. Kritiker befürchten, dass dadurch ein Internet entstehen könnte, in dem sich reiche große Konzerne eine bevorzugte Behandlung erkaufen können, während sich kleine Start-ups mit schlechterem Service begnügen müssen. Angesichts der überwältigenden Rolle von US-Anbietern in der Internet-Wirtschaft rechnen Experten auch mit weltweiten Auswirkungen der US-Entscheidungen auf die Netzneutralität.

FCC-Chef Tom Wheeler betonte, dass in der verabschiedeten abgemilderten Version der Vorschläge die Möglichkeit bezahlter Überholspuren in Internet-Leitungen nicht mehr ausdrücklich erwähnt werde. Allerdings werden sie dort auch nicht verboten. Kritiker sehen dadurch das Prinzip der Netzneutralität in Gefahr, das besagt, dass alle Daten im Netz gleich behandelt werden müssen.

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