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20.07.2013

15:26 Uhr

„Angstkultur“

Siemens-Betriebsrat wettert gegen Sparpläne

Der großangelegte Umbau bei Siemens stößt beim Betriebsrat auf Kritik, vor allem die von Konzernchef Peter Löscher vehement verteidigten Sparpläne. Dieser führe zu einer „Angstkultur“.

Der Betriebsrat hält das Sparprogramm „Siemens 2014“ für „kurzsichtige Portfolio-Politik“. dpa

Der Betriebsrat hält das Sparprogramm „Siemens 2014“ für „kurzsichtige Portfolio-Politik“.

FrankfurtDer Dauer-Umbau des Technologiekonzerns Siemens stößt dem Betriebsrat sauer auf. „Ich vermisse eine nachhaltige und zukunftsorientierte Unternehmenspolitik“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Lothar Adler, der auch Mitglied des Aufsichtsrates ist, der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir brauchen eine neue Unternehmenskultur.“

Adler stört sich an dem von Siemens-Chef Peter Löscher in die Spur gebrachten Sparprogramm „Siemens 2014". Der Betriebsrat hält das für „kurzsichtige Portfolio-Politik, bei der allein die Marge im Mittelpunkt steht“, wie er der Zeitung sagte. Auch die Umorganisation der Unternehmensbereiche und das sogenannte CEO-Prinzip, das eine klarere Verantwortung bei den Geschäften bringen sollte, stößt bei Adler auf Kritik. Dieser Umbau habe zu einer „Angstkultur“ im Unternehmen geführt.

Löscher hatte das Sparprogramm verteidigt - es diene dazu, den Konzern in der Weltspitze zu halten. Von den geplanten Einsparungen im Volumen von sechs Milliarden Euro habe Siemens bereits rund eine Milliarde realisiert, sagte er vor gut vier Wochen. Mit dem Sparprogramm, das den Wegfall Tausender Arbeitsplätze und den Verkauf von Sparten vorsieht, will Löscher eine Rendite von mehr als zwölf Prozent erreichen.

Das als Telegraphen-Bau-Anstalt gestartete Technologieunternehmen hat sich im Laufe seiner gut 165-jährigen Geschichte immer wieder von Geschäftsfeldern getrennt, auch um Geld zu sparen. Zeitweise hatte Siemens Mobiltelefone, Automobilelektronik oder Speicherchips im Angebot. Den Halbleiterhersteller Infineon gliederte Siemens um die Jahrtausendwende aus. Osram wurde vor wenigen Wochen an die Börse gebracht. Den Anteil am Gemeinschaftsunternehmen NSN verkauft Siemens - mit Beifall der IG Metall - an den finnischen Partner Nokia. Der Konzern will sich künftig auf Energietechnik, Industrie, Infrastruktur und Gesundheitswesen konzentrieren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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HB-Leser

22.07.2013, 09:17 Uhr

"Der Konzern will sich künftig auf Energietechnik, Industrie, Infrastruktur und Gesundheitswesen konzentrieren." Sind das nicht zuviele Geschäftsbereiche? Zur Rendiitesteigerung wird empfohlen zwei zu verkaufen und den Rest der Belegschaft durch Werkverträgler mit garantierten Hartz-IV Bezug zu ersetzen. Hallo Herr Löscher, vielleicht wären mal gute und innovative Produkte ein neue Idee, die auch funktionieren (Negativbeispiel neue ICE-Züge). Dann klappts auch mit der Rendite.

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