Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2012

13:07 Uhr

Anrüchige Schlagworte

Amazon knickst vor Bettina Wulff

VonSebastian Ertinger, Martin Dowideit

Die ehemalige First-Lady will Gerüchte über eine angebliche Rotlicht-Vergangenheit tilgen und zieht gegen Google vor Gericht. Online-Händler Amazon gibt dagegen vorauseilend nach – und löscht zwielichtige Schlagworte.

Das neue Buch von Bettina Wulff: Amazon löscht Lästereien. Reuters

Das neue Buch von Bettina Wulff: Amazon löscht Lästereien.

Düsseldorf„Callgirl“, „Hure“ oder „Prostitution“: Das sind Schlagwörter, die Kunden von Amazon mit dem neuen Buch von Bettina Wulff verknüpft haben. Doch der Online-Versandhändler lässt das nicht mehr zu. Die schlüpfrigen Verknüpfungen werden von Amazon gelöscht.

Bettina Wulff verklagt derzeit den Suchmaschinenbetreiber Google. Die Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff will gerichtlich verbieten lassen, dass bei Suchanfragen zu ihrem Namen Begriffe wie „Escort“ oder „Prostituierte“ ergänzt werden. Google weigert sich bislang, entsprechende Suchvorschläge zu löschen.

Das Versandhaus Amazon zieht hingegen Konsequenzen und entfernt anrüchige Schlagworte, die auf der Angebotsseite für Wulffs Buch angezeigt werden. Nutzer können die sogenannten „Tags“ (Schlagwörter) mit Artikeln verbinden. Dies soll die Suche nach Produkten erleichtern.

Biografie: Die PR-Maschine Bettina Wulff

Biografie

Die PR-Maschine Bettina Wulff

Ausgerechnet zum Verkaufsstart ihres Buches geht die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten gegen Gerüchte vor, die schon lange die Runde machen.

„Wir haben Regeln für die Tag-Nutzung“, teilt eine Amazon-Sprecherin Handelsblatt Online auf Anfrage mit. „Diese Regeln beinhalten, dass keine ordinären oder obszönen Ausdrücke, aufhetzende oder böswillige Tags verwendet werden.“ Werde Amazon darüber informiert, dass Nutzer gegen diese Bedingungen verstoßen, reagiere der Konzern umgehend, wie auch in diesem Fall.

Bettina Wulff will mit der Klage gegen Google hartnäckigen Gerüchten über eine Vergangenheit im Rotlicht-Milieu entgegenwirken. Der US-Internetgigant verweist hingegen auf seinen Suchmaschinen-Algorithmus, der etwa nach den häufigsten Eingaben der Nutzer die Vorschläge generiere.

Auf der Webseite von Amazon sind dagegen sämtliche Andeutungen auf eine Rotlicht-Vergangenheit von Bettina Wulff getilgt. „Da derzeit jedoch manche Begriffe erneut eingestellt werden, kann es sein, dass diese kurzfristig wieder auf der Detailseite erscheinen“, schränkt die Amazon-Pressesprecherin ein.

Derzeit sind auf der Angebotsseite zu dem Wulff-Buch lediglich Schlagworte wie „Wer kauft den Mist“, „Geltungssucht“, oder „niveaulos“ zu finden. Auch Begriffe wie „Ehrensold“, „Lügen“ oder „Unverschämtheit“ haben Nutzer mit dem Buch verbunden. Hier sieht das Versandhaus offenbar keinen Handlungsbedarf. Auch das Schlagwort „Ich sage nein zu diesem Buch“ gilt als unbedenklich.

Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Video: Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Indirekt geht die Lästerei aber weiter. Nutzer haben Bücher wie „Nutten küsst man nicht“ oder „Teufelskreis Prostitution: Ich habe den Ausstieg geschafft“ mit dem Schlagwort Bettina Wulff versehen. Die Rezensenten bei Amazon treffen jedenfalls ein vernichtendes Urteil über die Autobiographie: Sie vergeben nur 1,5 von fünf möglichen Sternen.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.09.2012, 12:24 Uhr

Klar den Suchalgorithmus von Google Anpassen wegen sowas? Da wird Google hart bleiben, das ist ein Rechenprogramm das hier wahrscheinlichkeiten demnach ist es auch keine Beleidigung, es spiegelt das Suchverhalten anderer Wieder. Das ist eine Tatsache und demnach auch keine Beleidigung

Account gelöscht!

12.09.2012, 12:25 Uhr

Amazon vielleicht, aber nicht

www.titanic-magazin.de

*ggg*

Account gelöscht!

12.09.2012, 12:28 Uhr

und man findet theoretisch mit den Wörtern <Name> <Beleidigung>
Sowohl die Aussage
'<Name> ist eine <Beleidigung>' wie auch das Gegenteil

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×