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23.01.2014

06:37 Uhr

Anruf des US-Investors

Icahn will Paypal von Ebay abspalten

VonAxel Postinett

Jetzt hat es Ebay erwischt: Der Webhändler soll seine Finanztochter Paypal zu Geld machen, fordert Investor Carl Icahn. Gleichzeitig verschärft er die Gangart gegenüber Apple. Chef Cook wird den nächsten Brief erhalten.

Investor Carl Icahn drängt Ebay zur Abspaltung von PayPal. Reuters

Investor Carl Icahn drängt Ebay zur Abspaltung von PayPal.

San Jose/San FranciscoKleinkram ist wirklich nichts, mit dem sich Carl Icahn abgibt: Viel Feind‘, viel Ehr‘ lautet sein Motto und es scheint so, als ob der 77-Jährige keine Zeit verlieren will, indem er sich nur mit einem Gegner herumschlägt. Gegner, das sind für ihn Manager, die seiner Meinung nach nicht genug für den Reichtum ihrer Aktionäre tun. So wie derzeit die Chefs von Apple und nun eBay.

Am Mittwoch gab es an der Wall Street mal wieder nur einen Gesprächsstoff, der „Call from Carl“. Das ist der Moment, in dem im Vorzimmer des Chefs das Telefon klingelt und kurz darauf der Satz fällt: „Ein Herr Carl Icahn ist am Telefon.“ Dann ist der selbsternannte Robin Hood der Investoren wieder auf der Jagd nach den verschollenen Milliarden, die den Aktionären vorenthalten werden.

Am Mittwoch räumte Ebay-Vorstandschef John Donahoe ein, dass er den entscheidenden Anruf bekommen hatte. Für Icahn ist es Zeit für eine Zerschlagung des Online-Handelsriesen. Er fordert eine Abspaltung der erfolgreichen Finanztochter Paypal in ein eigenes Unternehmen, heißt es in einer Erklärung. Das Board habe sich das angeschaut, sei aber zu der Überzeugung gekommen, das sei der falsche Weg. Trotzdem, welcher Zufall, legt Ebay gleichzeitig ein Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden Dollar auf.

Aktienanteil aufgestockt: Investor Icahn erhöht Druck auf Apple

Aktienanteil aufgestockt

Investor Icahn erhöht Druck auf Apple

Das Verhältnis von Großinvestor Carl Icahn zu Apple ist nicht entspannt. Nun versucht Icahn erneut, Einfluss auf die Konzernleitung auszuüben. Der Milliardär kauft fleißig Aktien zu – und fordert von Apple Rückkäufe.

Offenbar soll unzufriedenen Aktionären die Chance gegeben werden, ihre Aktien jetzt zu stabilen Preisen abzuladen. Außerdem kann sich Icahn nicht weiter günstig mit Aktien eindecken. Der Aktionärs-Investor hält derzeit 0,82 Prozent der Anteile und hat direkt zwei seiner Mitarbeiter für das Ebay-Board nominiert. Die Aktie stieg nachbörslich um knapp neun Prozent.

Die Nachricht kommt nicht zufällig an dem Tag, an dem Ebay Quartalsergebnisse meldet. Sie sind dazu angetan, den Unmut der Aktionäre anzuheizen und bereiten einen guten Boden für Aktionärs-Aktivisten. Es gibt moderates Wachstum von 13 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr und einen um 13 Prozent höheren Nettogewinn von 1,07 Milliarden Dollar. Wachstumstreiber ist einmal mehr Paypal mit einem Plus von 19 Prozent, der Marktplatz hinkt mit Plus zwölf Prozent hinterher. Noch wichtiger: Die Erwartungen für den Gewinn pro Aktie werden für das laufende Quartal von 0,72 Dollar auf 0,65 bis 0,67 Dollar gesenkt.

Kommentare (1)

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23.01.2014, 09:36 Uhr

Der Mann leidet unter Größenwahnsinn. Mit knapp einem Prozent will er einen Weltkonzern seinen Willen aufzwingen. Wäre schön wenn das Handelsblatt künftig solche Nachrichten ignoriert.

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