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11.11.2015

19:25 Uhr

Anteil an Udacity erhöht

Bertelsmann treibt Ausbau des Bildungsgeschäfts voran

Für Bertelsmann ist das Bildungsgeschäft ein Hoffnungsträger. Die Sparte soll zur dritten Konzernsäule neben Medien und Dienstleistungen ausgebaut werden. Nun investiert der Konzern in eine Google-Kaderschmiede.

Der Konzern kauft den US-Fortbildungsanbieter Udacity. dpa

Bertelsmann-Zentrale

Der Konzern kauft den US-Fortbildungsanbieter Udacity.

MünchenBertelsmann treibt den Ausbau seines Bildungsgeschäfts mit einer weiteren Investition in den USA voran. Der Medienkonzern gab am Mittwoch eine Erhöhung seines Anteils am Fortbildungsanbieter Udacity bekannt, der mit Technologie-Kursen zu den Lehranstalten von Google, Facebook und Amazon zählt. Damit schwingt sich Bertelsmann einem Insider zufolge zum größten strategischen Investor auf. Die Deutschen kämen nun auf einen prozentual zweistelligen Anteil, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Größere Anteile halten außerdem Finanzinvestoren.

Bertelsmann war bereits 2014 bei dem Unternehmen eingestiegen, dessen Gründer und Chef der aus Deutschland stammende Google-Entwickler Sebastian Thrun ist. Mit der nun abgeschlossenen Finanzierungsrunde, bei der Bertelsmann nach Konzernangaben vom Mittwoch gemeinsam mit anderen Investoren 105 Millionen Dollar zuschießt, erreicht Udacity die in der Branche vielfach als entscheidend angesehene Bewertungsgröße von einer Milliarde Dollar.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

Für den Medienkonzern ist das Bildungsgeschäft ein Hoffnungsträger, der mittelfristig eine Milliarde Euro zum Umsatz von zuletzt knapp 17 Milliarden Euro beitragen soll. Die Sparte soll zur dritten Konzernsäule neben Medien und Dienstleistungen ausgebaut werden.

Von

rtr

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