Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2013

06:42 Uhr

Apple am Wendepunkt?

Willkommen in der Normalität!

VonChristof Kerkmann

Für die meisten Unternehmen ist ein Apple-Quartalsergebnis ein Traum: Doch für den iPhone-Hersteller gelten andere Maßstäbe. Und Samsung und Google schaffen es, in Apples Kernmärkten neue Trends zu setzen. Eine Analyse.

Ein Samsung Galaxy II im Vergleich zu einem Apple iPhone 4. dpa

Ein Samsung Galaxy II im Vergleich zu einem Apple iPhone 4.

DüsseldorfSeinen rasanten Aufstieg zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt verdankt Apple im Wesentlichen drei Produkten: iPod, iPhone und iPad. Seit der Einführung des Musikspielers für die Hosentasche im November 2001 hat der Konzern aus Kalifornien seinen Umsatz fast um den Faktor 30 gesteigert, 156,5 Milliarden Dollar waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr. Drei Viertel seiner Erlöse erwirtschaftete Apple mit den „i“-Produkten, wobei das iPhone allein mehr als die Hälfte beisteuerte. Das Computergeschäft, Keimzelle der Firma, trug immerhin noch 15 Prozent bei.

Doch gerade das Edel-Smartphone, das Apple derzeit in der Branche ungekannte Margen einbringt, gerät immer mehr unter Druck. Andere Hersteller, allen voran Samsung, haben bei der Technologie aufgeschlossen und bauen mindestens ebenbürtige und gleichzeitig günstigere Geräte mit Android oder Windows Phone. Und sie können mit attraktiven Internet-Diensten punkten wie intelligenten Karten oder dem persönlichen Assistenten Google Now – nicht gerade eine Stärke von Apple.

Investoren enttäuscht: Apple kann sich Tiefstapelei nicht mehr leisten

Investoren enttäuscht

Apple muss bescheiden werden

Auch ein Rekordergebnis kann Investoren nicht überzeugen.

Eine Entwicklung könnte die Konkurrenz weiter stärken: Immer mehr Verbraucher kaufen sich Smartphones mit Riesenbildschirm jenseits der 4,5 Zoll – „Phablets“. Die Marktforscher von ABI Research erwarten, dass der Absatz der Jumbos bis 2016 auf knapp 230 Millionen Geräte steigt. Hier setzt Samsung die Akzente, etwa mit dem 5,5 Zoll großen Galaxy Note II. Apple, sonst oft der Innovator, hat sich diesem Trend bislang verweigert.

Doch in den Industrieländern wird es immer schwieriger, die üppigen Wachstumsraten von einst zu halten. Viele Nutzer haben schon ein Smartphone, und angesichts der Krise halten die Menschen vielerorts das Geld zusammen. Die größten Zuwächse versprechen daher die Geräte am anderen Ende der Skala: Preiswerte Smartphones, die sich auch die aufstrebende Mittelschicht in China oder Brasilien leisten kann. Meist läuft Android auf diesen Geräten.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Apple steckt in einem Dilemma: Will der Hersteller keine Marktanteile verlieren, muss er billigere Geräte herausbringen – auf Kosten der Marge. Will er die Marge hochhalten, verliert er weiter an Boden gegenüber den immer dominanteren Androiden.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Sebastian

24.01.2013, 09:07 Uhr

Aplle hat sich mittlerweile fast 200 Euro vom ATH entfernt.Also das ist schon ordentlich - oder? Wo wird sie wohl in einem oder drei Jahren stehen...?

Account gelöscht!

24.01.2013, 11:35 Uhr

Diese Märkte sind einfach nur noch krank...Wenn es nach denen gehen würde, wäre ein ausgewachsener MEnsch, auch dann erst ausgewachsen, wenn er mit dem wachsen nicht mehr aufhören würde.....ansonsten wäre alles andere ein "Rückschlag"....sorry aber das ist nur noch krank.

hans_hohenberg

24.01.2013, 11:54 Uhr

HTC, Samsung, LG, Sony - Im Prinzip setzen alle anderen Hersteller (außer Nokia) auf Android. Dann ist klar dass dafür die meisten Apps entwickelt werden und dass das die meisten Käufer anzieht. Alleine die Vielzahl der Galaxy-Modelle von günstig bis teuer (z.B. http://www.galaxyvergleich.com/) zieht mehr Benutzer zu Android. Da wird es iOS schwer haben

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×