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16.11.2015

13:07 Uhr

Apple, Amazon, Audible

Bundeskartellamt ermittelt gegen Hörbuch-Anbieter

VonKai-Hinrich Renner

Sowohl Apple als auch die Amazon-Tochter Audible sollen deutschen Hörbuchverlagen existenzbedrohende Konditionen aufzwingen. Dieser Beschwerde des Börsenvereins geht das Bundeskartellamt nun nach.

Der ITunes-Store von Apple wird von Audible exklusiv beliefert. Reuters

Apple

Der ITunes-Store von Apple wird von Audible exklusiv beliefert.

Hamburg Der Börsenverein des deutschen Buchhandels und Amazon werden so schnell wohl keine Freunde. Erst beschwerte sich der Börsenverein wegen angeblicher Knebelkonditionen des Online-Händlers – Amazon hatte Verlage massiv gedrängt, höhere Rabatte für E-Books zu gewähren – beim Bundeskartellamt und der EU-Kommission. Nun hat das Bundeskartellamt, ebenfalls nach einer Beschwerde des Börsenvereins, ein sogenanntes Verwaltungsverfahren gegen die Hörbuch-Download-Plattform Audible eröffnet.

Allerdings ermitteln die Wettbewerbshüter in der Sache nicht nur gegen Audible, sondern auch gegen Apple. Der ITunes-Store des IT-Riesen wird von Audible exklusiv beliefert.

Amazon in Zahlen

Umsatz

88,99 Milliarden Dollar (2013: 74,45 Milliarden Dollar)

Ergebnis

241 Millionen Dollar Verlust (2013: 274 Millionen Dollar Gewinn)

Mitarbeiter

Rund 154.100 fest und zeitweise angestellte Beschäftigte. Die Zahl schwankt im Jahresverlauf deutlich mit Ausschlägen vor allem zum Weihnachtsgeschäft.

Märkte

62,33 Prozent der Erlöse machte Amazon 2014 im Heimatmarkt USA (Anteil 2013: 59,8 Prozent). In Deutschland gab es nach Umrechnung in US-Währung einen Jahresumsatz von 11,9 Milliarden Dollar (2013: 10,535 Milliarden Dollar).

Steuern

Amazon stellte 2014 laut Jahresbericht 167 Millionen Dollar für die Einkommensteuer zurück (2013: 161 Millionen Dollar)

Bei Verwaltungsverfahren geht es im Gegensatz zu Verfahren wegen Preisabsprachen nicht um die Verhängung von Bußgeldern. Sie dienen dem Ziel, gegebenenfalls eine ganz bestimmte Praxis zu beenden. In diesem Fall könnte dies die Exklusivbelieferung der ITunes-Stores mit Hörbüchern von Audible sein. Man werde sich die entsprechenden „Verträge sehr sorgfältig anschauen“, sagt ein Kartellamtssprecher dem Handelsblatt. Laut Börsenverein zwingt Audible deutschen Hörbuchverlagen existenzbedrohende Konditionen auf.

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Ob das Bundeskartellamt überhaupt zuständig ist, steht allerdings noch nicht fest. Der Börsenverein hatte sich parallel auch bei der EU-Kommission über Audible beschwert, die das Verfahren von der Bonner Behörde übernehmen könnte. In Brüssel liegt im Übrigen nun auch die Beschwerde des Buchhändler-Verbandes gegen Amazon in Sachen E-Books. Entschieden wurde über sie noch nicht.

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