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28.04.2015

06:48 Uhr

Apple-Analyse

Tim Cook lebt die neue Offenheit

VonBritta Weddeling

Mit einer erneut hervorragenden Bilanz tritt Tim Cook endgültig aus dem Schatten seines Vorgängers Steve Jobs. Der Apple-Chef hat alles anders gemacht als sein Vorgänger – und damit alles richtig.

Der IT-Konzern hat seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt. Reuters

Arbeiten am Apple-Store in Hangzhou, China

Der IT-Konzern hat seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt.

San FranciscoSeit Tim Cook das erste Mal die Bühne betrat, wollten alle in ihm nur das Abziehbild sehen, den Gehilfen und ewigen Stellvertreter von Steve Jobs, dessen Produkt-Inszenierungen die Branche feierte wie die Katholiken das Hochamt. Apples Zukunft, so schien es, war mit seinem Gründer im August 2011 gestorben, das leere Büro in 1 Infinite Loop, Cupertino, ein Symbol für den Raum, den Cook nie würde ausfüllen können.

Doch nun hat der 54-Jährige bewiesen, dass er Apple in die Zukunft führen kann. Der Gewinn des Technologie-Konzerns übertraf wieder einmal die Erwartungen der Wall Street. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterten die Erlöse im zweiten Quartal um 33 Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro), der Umsatz stieg auf 58 Milliarden Dollar, verglichen mit 45,6 Milliarden im Jahr zuvor. Analysten hatten nur 56 Milliarden Dollar prognostiziert.

Angetrieben wurde das Wachstum vor allem von den neuen iPhone-Modellen 6 und 6 Plus. 61 Millionen Geräte verkaufte der Konzern im zweiten Quartal, 40 Prozent mehr verglichen zum letzten Jahr. Smartphones sind Apples Verkaufsschlager, sie steuern 69 Prozent zum Umsatz bei.

iPad-Verkäufe gehen zurück

„Eine immer größere Anzahl von Menschen entscheidet sich für das iPhone”, erklärte Cook. Er sei nun sehr gespannt auf die Verkaufszahlen der Apple Watch, dem ersten Produkt, das allein unter seiner Führung entstand. Laut Cook übertreffe die Nachfrage nach der Computeruhr das Angebot bereits deutlich.

Die Fakten zur Apple-Uhr

Modelle

Es gibt drei Modelle, nämlich die Apple Watch Sport im Aluminiumgehäuse auf rund 400 Euro, die Apple Watch mit Edelstahlgehäuse ab 650 Euro sowie die Apple Watch Edition aus Gold ab 11.000 Euro.

Varianten

Jedes Modell wird in zwei Varianten angeboten, eine kleinere mit 38 Millimeter breitem Gehäuse und eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse für kräftigere Handgelenke. Dazu hat der Hersteller diverse Armbänder im Angebot.

Preise

Die kleinere Sport-Uhr mit einem 38-Millimeter-Gehäuse kostet 399 Euro, das größere Modell 449 Euro. Die Edelstahl-Variante gibt es ab 649 Euro und für die limitierte „Edition“-Ausgabe aus 18-Karat-Gold muss man je nach Ausstattung und Größe zwischen 11 000 und 18 000 Euro hinblättern. Die niederen Preise in den USA ab 349 Dollar enthalten keine Umsatzsteuer, die Preise in Deutschland werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen,

Starttermin

Deutschland gehört zu den neun Ländern, in denen die Apple Watch am 24. April in den Handel kommt. Vom 10. April an kann sie vorbestellt und in Apple-Läden ausprobiert werden.

Iphone

Die Apple Watch kann nur mit einem halbwegs aktuellen iPhone (5, 5s, 5c, 6 oder 6 Plus) in Betrieb genommen werden. Auch die Apps von Drittanbietern werden über eine Bluetoothverbindung vom iPhone aus auf der Watch installiert.

Batterielaufzeit

Die Uhr soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten und damit von morgens bis abends. Apple erklärt, dass sie bei einer typischen Nutzung meist nur wenige Sekunden pro Aktion im Einsatz sein könnte.

Wasserdichte

Tim Cook sagte kürzlich einem Mitarbeiter im Berliner Apple Store, er gehe mit seiner Watch auch duschen. Offiziell spricht Apple von einer „Wasserdichte nach IPX7“, die einen „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“ bietet. Nach dieser Norm hält die Watch rund 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dicht.

Jeder bei Apple weiß, die sehr guten Zahlen hat die Firma vor allem Cook zu verdanken. Unter seiner Führung räumte der Konzern mit alten Gewissheiten auf. Jobs Mantra lautete stets: „Niemand will ein großes Smartphone.“ Sein Nachfolger erkannte aber, dass genau das Gegenteil stimmt.

Nach der Einführung größerer Displays verkaufte Apple mehr iPhones als je zuvor. Wie zu erwarten sank im Gegensatz dazu die Beliebtheit der iPads, in der aktuellen Bilanz um 41 Prozent. Kunden greifen lieber zum iPhone 6 Plus mit seinem 5,5-Zoll-Display als teuren Tablet-PCs.

Kommentare (4)

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Herr Jürgen Dannenberg

28.04.2015, 08:31 Uhr

Bei aller Euphorie die der Redakteur für Cook empfindet. Apple hat nur ein nennenswertes Produkt - das Smart Phone.

Herr Eberhard Steinweg

28.04.2015, 11:00 Uhr

Was mich besonders beeindruckt, ist die Offenheit, mit der Cook ueber die schlecht bezahlten chinesischen Arbeiter spricht, durch deren Ausbeutung Apple solche Margen hat.

Herr peter Spirat

28.04.2015, 11:05 Uhr

Man kann eben bei anderen nur das sehen, was man selbst in sich hat.

Wenn Sie also bei Appel (nur) die angebliche ausbeutung sehen, dann frage ich mich, was sind sie und wie sieht ihr Lebensweg aus?

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