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28.01.2014

06:41 Uhr

Apple

Enttäuschende Rekorde

VonAxel Postinett

Nie hat ein Tech-Unternehmen mehr in einem Quartal erwirtschaftet als Apple in den vergangenen drei Monaten. Doch der Erfolg reicht nicht. Die Aktie fällt. Apple braucht dringend ein neues, bahnbrechendes Produkt.

Das neue Iphone enttäuscht

Ist der Apple-Hype am Ende?

Das neue Iphone enttäuscht: Ist der Apple-Hype am Ende?

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San FranciscoAn Rekorden mangelt es mal wieder nicht in Apples jüngsten Quartalszahlen. Aber ausgerechnet da, wo es drauf ankommt, patzt Unternehmenschef Tim Cook. Die iPhone-Verkäufe blieben im Weihnachtsquartal  hinter den Erwartungen. Der Nettogewinn liegt auf Vorjahresniveau und die Prognosen für das laufende Quartal sprechen von Stagnation.

Das ist nicht das, was die Wall Street erwartet, um die Aktie wieder auf Werte um 700 Dollar zu hieven. Nachbörslich ging es kräftig um bis zu acht Prozent abwärts. Ein Elfmeter für Apple-Kritiker und Großinvestor Carl Icahn, der immer lauter ein Aktienrückkaufprogramm von 150 Milliarden Dollar fordert, um Geld an die Aktionäre zurückzugeben. Auf der Hauptversammlung Ende Februar wird es zum Showdown kommen.

Eigentlich ist mal wieder alles rosarot: 57,6 Milliarden Dollar Umsatz im Weihnachtsquartal, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Niemals hat ein Technologieunternehmen mehr in einem Quartal erwirtschaftet. Der Nettogewinn betrug 13,1 Milliarden Dollar oder 4,37 Milliarden Dollar pro Monat.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Und doch hat Cook ein bizarres Problem: Apples Vermögen steigt unaufhörlich an. Rund 159 Milliarden Dollar in Cash und kurzfristigen Analgen schlummern jetzt auf den Konten, rund 78 Prozent davon in Steueroasen außerhalb der USA. Das sind noch einmal zwölf Milliarden Dollar mehr als im Quartal zuvor. Und Cook hatte doch versprochen, in einem 100 Milliarden Dollar schweren Programm einen Teil des Schatzes bis Ende 2015 an die Aktionäre zurückzugeben. Doch tatsächlich ist es nur ein Teil des Zuwachses.

Bislang haben die Aktionäre immer still gehalten, selbst als der Aktienkurs 2012 bis unter 400 Dollar durchsackten. Doch der heutige Rückschlag bis auf hauchdünn über 500 Dollar im nachbörslichen Handel wischt einen Großteil der jüngsten Erholung wieder weg und stellt ihre Geduld erneut auf die Probe.

Kommentare (16)

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Margit

28.01.2014, 08:22 Uhr

Kein Unternehmen kann laufend bahnbrechende Produkte entwickeln, das ist illusorisch.

Thomas

28.01.2014, 08:28 Uhr

2Eigentlich ist mal wieder alles rosarot: 57,6 Milliarden Dollar Umsatz im Weihnachtsquartal, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Niemals hat ein Technologieunternehmen mehr in einem Quartal erwirtschaftet. Der Nettogewinn betrug 13,1 Milliarden Dollar oder 4,37 Milliarden Dollar pro Monat."

Merken die Analysten und alle anderen sogenannten Experten den eigentlich nicht wie krank das einfach nur noch ist. Selbst wenn Apple 60 Mio. iPhones verkaufen würde, die Analysten hätten mit 65 Mio. Geräten gerechnet....

Ich kann nur noch den Kopf schütteln!

Auenland

28.01.2014, 08:29 Uhr

Wer braucht jedes Jahr ein neues Blödphone? Selbst die "Zombies" (Steve Jobs Bezeichnung für Apple-Kunden
) merken langsam, daß es gar nichts wirklich Außergewöhnliches ist.
Der Hype um die Firma, die von ganzen vier Produkten lebt, die kein Mensch wirklich braucht und für die es zahllose Alternativen gibt, wird in nicht allzu ferner Zukunft verschwinden.
[...]

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