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20.01.2011

10:46 Uhr

Apple

„Exzellenz ist uns zur Gewohnheit geworden“

VonAxel Postinett

Der Gesundheitszustand von Apple-Chef Steve Jobs beunruhigt Nutzer und Anleger gleichermaßen. Viele fragen sich, wie die Zukunft des IT-Konzerns aussehen wird, wenn sich der Visionär zurückzieht. Tim Cook, der Jobs seit Mitte Januar als CEO vertritt, glaubt, dass Apple mittlerweile flügge ist und auch ohne seinen Vordenker erfolgreich sein wird.

Apple-Firmenchef Steve Jobs (r) und sein Geschäftsführer Tim Cook: Der Großteil des Konzernwachstums wurde außerhalb der USA erzielt. dpa

Apple-Firmenchef Steve Jobs (r) und sein Geschäftsführer Tim Cook: Der Großteil des Konzernwachstums wurde außerhalb der USA erzielt.

SAN FRANCISCO. Es wird immer deutlicher, dass der temporäre oder vielleicht auch endgültige Abschied von Apple-Chef Steve Jobs aus dem Tagesgeschäft eine kluge Inszenierung gewesen ist: Die Nachricht wurde an einem Feiertag verbreitet, halb Amerika war im Kurzurlaub. Eine Mail an die Mitarbeiter, ein paar Kursrutscher im Ausland und dann Rekordzahlen, die jede Kritik im Keim erstickten.

Aber ist Apple wirklich so weit, ohne seinen Retter und Vordenker auszukommen? Im operativen Geschäft sicherlich: Der High-Tech-Konzern aus Cupertino läuft wie eine gut geschmierte Maschine. Mit einem Rekordumsatz von 26,74 Milliarden Dollar im Weihnachtsquartal und einem Nettoergebnis von sechs Milliarden Dollar übertraf Apple die Erwartungen der Analysten bei weitem, die bestenfalls mit 24 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet hatten.

Der Großteil des Wachstums wurde außerhalb der USA erzielt, gut 62 Prozent des Umsatzes kamen aus dem Ausland. Vier Apple-Stores in China etwa erwiesen sich als die bestbesuchten der Welt - und die profitabelsten, so Finanzchef Peter Oppenheimer. Er wird zusammen mit Tim Cook, dem Chef fürs Tagesgeschäft, in Zukunft die Hauptlast der Verantwortung tragen. Wachstumstreiber insgesamt waren einmal mehr iPhone und iPad. Der Smartphoneabsatz kletterte um 86 Prozent auf 16,24 Millionen Stück, vom Tablet-Computer iPad wurden 7,33 Millionen abgesetzt. Außerdem wurden 4,13 Millionen Macs verkauft, ein Plus von 23 Prozent.

Das iPhone wird ab Anfang Februar auch im Netzwerk des schärfsten AT&T-Konkurrenten Verizon verfügbar sein. Weitere Märkte und noch mehr Mobilfunkbetreiber sollen für iPhone und iPad gewonnen werden, das Wachstum in Asien, so Cook, sei phänomenal, der Markt für Tablets "ungeheuer groß". Apple hätte "weit mehr iPhones verkaufen können, wenn wir hätten liefern können", so Cook, und das, obwohl Apple die Kapazitäten bereits massiv ausgeweitetet habe. Der Durchschnittspreis für ein iPhone lag bei 625 Dollar.

Aber was kommt, wenn der Schwung doch mal nachlässt? "Apple arbeitet so gut wie nie zuvor", sagt Cook. "Wir sind alle glücklich mit der Produktpipeline und unsere Mannschaft hat eine Breite und Tiefe in ihren Talenten wie sonst nirgends. Es herrscht eine Kultur der Innovation, die Steve eingepflanzt hat. Exzellenz ist uns zur Gewohnheit geworden." Fondsmanager wie Ian Warmedam, Manager des Henderson Horizon Global Technology Fund, einem der größten Technologiefonds außerhalb der USA, glauben auch daran, dass Apple mittlerweile flügge geworden ist. Zugleich baut er aber darauf, dass das Wirken von Jobs noch lange nachhallt: "Der Einfluss von Steve Jobs auf neue Produkte darf nicht unterschätzt werden", so Warmedam. "Aber die Produktentwicklungen für die kommenden drei bis fünf Jahre sind bereits auf den Weg gebracht", glaubt er.

Bleibt noch das ewige Sorgenkind Apple TV. Einstellen wäre die einfachste Lösung, es zum Erfolg führen, sicher Cooks Ritterschlag als Neo-Steve.

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