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24.02.2015

07:05 Uhr

Apple-Gründer Steve Jobs

„Stay hungry, stay foolish“

VonAxel Postinett

Seine Geschichte ist beeindruckend, seine Erfolge umso mehr: Heute wäre Steve Jobs 60 Jahre alt geworden. Seine Fans wünschen sich vom heutigen Apple-Chef Tim Cook eine besondere Geste für den Unternehmensgründer.

„One more thing“: Apple-Gründer Steve Jobs präsentiert am 12.01.2008 in San Francisco den Laptop Macbook Air. dpa

„One more thing“: Apple-Gründer Steve Jobs präsentiert am 12.01.2008 in San Francisco den Laptop Macbook Air.

San FranciscoWird Tim Cook ihm diesen Gefallen noch tun? Die Apple-Fangemeinde im Internet jedenfalls wünscht sich diese Geste. Das lang erwartete MacBook Air 2, Apples neues schlanker Laptop, soll irgendwann im ersten Quartal auf den Markt kommen, schätzen Experten. Die Fans hoffen, dass der Schleier am heutigen 24. Februar gelüftet wird. Das wäre genau an dem Tag, an dem Steve Jobs 60 Jahre alt geworden wäre. Er starb 2011 an den Folgen einer Krebserkrankung.

Die Chancen sind zwar gering für einen Geburtstags-Laptop, aber Apple hat schon früher Hardware-Updates unspektakulär per Mitteilung statt großem Event vorgestellt. Es könnte also sein, da zudem eine große Veranstaltung zum Start der Apple Watch erwartet wird. Da wäre die Verbeugung vor dem zu früh verstorbenen Übervater ein netter Zug.

Am 24. Februar 1955 wurde der Mitgründer von Apple, Steven P. Jobs, in San Francisco geboren. Seine leiblichen Eltern gaben ihn zur Adoption frei und er wuchs in der Familie von Paul und Clara Jobs im Silicon Valley auf. Es war der Beginn einer Karriere, wie es sie nur selten gab. 1976 gründete er zusammen mit Steve Wozniak und Ronald Wayne Apple. Heute ist es nach einer wechselvollen Geschichte und einem Beinahe-Bankrott mit mehr als 700 Milliarden Dollar das teuerste börsennotierte Unternehmen der Welt. Ein Nettogewinn von 18 Milliarden Dollar in nur einem Quartal ist ebenfalls unerreicht und kein anderes Unternehmen hält ein Vermögen von mehr als 178 Milliarden Dollar auf der hohen Kante.

Steve Jobs - Stationen seines Lebens

Der Visionär

56 Jahre alt ist Steve Jobs geworden, dann starb der Apple-Gründer im Kreise seiner Familie. Ein Überblick über wichtige Stationen im Leben und in der beruflichen Laufbahn des Computer-Visionärs.

Kindheit und Jugend

Stephen Paul Jobs kommt am 24. Februar 1955 zur Welt. Seine leiblichen Eltern geben ihn zur Adoption frei, Paul und Clara Jobs nehmen ihn auf - er ist Automechaniker, sie ist Büroangestellte. 1972 schreibt sich Steve im Reed College in Portland im US-Staat Oregon ein, er bricht das Studium aber nach einem Semester ab. Er experimentiert mit Drogen und beschäftigt sich mit dem Hinduismus. 1974 nimmt er einen Job beim Videospiele-Hersteller Atari an und besucht zusammen mit seinem einige Jahre älteren Schulfreund Steve Wozniak Treffen des Homebrew Computer Clubs.

Von der Garage an die Börse

Kein Scherz: Jobs und sein Kumpel Steve Wozniak gründeten die Firma Apple Computer am 1. April 1976. Der dritte, heute fast vergessene Gründer war Ron Wayne. In einer Garage im Silicon Valley bauten die beiden den Prototypen des Apple I, der im Sommer für einen Preis von 666,66 Dollar auf den Markt kommt. 1977 stellt das Unternehmen den Apple II vor, den ersten Heimcomputer, der Farbgrafiken generieren kann. Er bringt den Durchbruch und einen Jahresumsatz von einer Million Dollar. 1980 geht Apple an die Börse, Jobs wird zum Multimillionär. Zwei Jahre später steigt der Jahresumsatz auf eine Milliarde Dollar. Jobs' Freundin Chrisann Brennan bringt 1978 die gemeinsame Tochter Lisa zur Welt.

Jobs gibt die Kontrolle ab

Mit dem Börsengang geben die Gründer die Mehrheit ab. Ein erfahrener Manager soll an die Unternehmensspitze - Jobs wirbt 1983 für den Posten des Apple-CEO John Sculley von Pepsico ab. Apple entwickelt den Computer Lisa, der aber zum Misserfolg wird und nach zwei Jahren wieder vom Markt verschwindet. Anfang 1984 kommt der erste Mac auf den Markt, den ein Team um Steve Jobs entwickelt hat. Vermarktet wird der Rechner mit einem mittlerweile berühmten Werbespot von Regisseur Ridley Scott. Ein Jahr später kommt es zum Zerwürfnis zwischen Jobs und Sculley, das zu Jobs' Rücktritt führt. Auch Wozniak verlässt das Unternehmen.

Jobs ohne Apple: Next und Pixar

Im Herbst 1985 verlässt Jobs mit einigen Vertrauten Apple und gründet Next. Das Unternehmen entwickelt hochwertige, teure Computer, die sich schlecht verkauften. 1993 stellt Next die Hardware-Produktion ein und konzentriert sich auf Software. Mehr Erfolg hat Jobs mit dem Trickfilmstudio Pixar, das er für zehn Millionen Dollar kauft. Die Firma bringt 1995 „Toy Story“ in die Kinos, den erste vollständig computeranimierten Film. Bald danach geht die Firma an die Börse. 2006 verkauft wird Pixar für 7,4 Milliarden Dollar an Disney verkauft. Jobs wird größter Einzelaktionär des Unterhaltungsriesen. 1991 heiratet er Laurene Powell, mit der er drei Kinder bekommt.

Apple ohne Jobs: Krisenzeiten

Apple und IBM gehen 1991 eine Kooperation zur Entwicklung neuer Microprozessoren und Software ein. Apple stellt das PowerBook vor, das einigen Erfolg hat. 1993 stellt das Unternehmen den Newton vor, einen tragbaren Computer. 1995 kommen die ersten Mac-Klone anderer Anbieter heraus. Unter dem Druck der Windows-Konkurrenz rutscht Apple in die roten Zahlen, schließlich wird CEO Sculley im Februar 1996 vom bisherigen Apple-Präsidenten Michael Spindler abgelöst.

Die Rettung von Apple

Apple braucht 1996 dringend ein neues Betriebssystem und kauft Jobs' Unternehmen Next für 430 Millionen Dollar. Ein Jahr später kehrt Steve Jobs zu Apple als Berater und bald als De-Facto-Chef zurück - er nennt sich iCEO: Interimschef. Jobs krempelt das Management des fast insolventen Unternehmens um und räumt die Produktpalette auf, die Mac-Klone werden eingestellt. 1998 kehrt Apple in die Gewinnzone zurück und stellt den iMac vor. Im Jahr 2000 wird Jobs wieder CEO.

iPod, iPhone, iPad

In wenigen Jahren krempelt Apple mehrere Branchen um. 2001 kommt der iPod heraus, zwei Jahre später geht die Musik-Plattform iTunes wird mit 200.000 Songs für jeweils 99 Cent online. In der ersten Woche werden eine Million Songs verkauft. 2007 folgt das iPhone, das den Handymarkt revolutioniert. Menschenmassen warten in der Nacht vor dem Verkaufsstart vor den Geschäften, um eines der ersten Telefone zu erwerben. 2010 kommt das iPad heraus - es wird zu einem Renner: 15 Millionen Exemplare gehen in nur neun Monaten über den Ladentisch. Mit dem iPad wird die neue Kategorie der Tablet-Computer begründet.

Zweifel an Jobs' Gesundheit

Im Herbst 2003 erfährt Jobs, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Mehrere Monate versucht er, die Erkrankung ohne die Methoden der Schulmedizin zu bekämpfen. Erst 2004 unterzieht er sich einer Operation. Die Sorge um Jobs' Gesundheit bleibt und bewegt sogar den Aktienkurs von Apple. 2009 erklärt der CEO seinen deutlich sichtbaren Gewichtsverlust mit einem behandelbaren hormonellen Ungleichgewicht und bekräftigt, Apple weiterhin zu führen. Im selben Jahr unterzieht er sich einer Lebertransplantation.

Abschied in Raten

Im Januar 2011 kündigt Jobs einen befristeten Ausstieg aus dem Tagesgeschäft aus gesundheitlichen Gründen an, hält aber an seinem Amt als CEO fest und stellt fest, dass er an strategischen Entscheidungen weiterhin beteiligt ist. Im August veröffentlicht Apple eine Erklärung, nach der Jobs als CEO zurücktritt und in den Aufsichtsrat des Unternehmens wechselt. Am 5. Oktober 2011 stirbt der Apple-Gründer.

Was mit dem legendären Apple I Computer begann, ist heute mit seinem iPhone und dem App-Store eines der führenden High-Tech-Unternehmen im Mobilfunkbereich. Und wenn die Gerüchte stimmen, ist das Unternehmen aus dem Silicon Valley erneut in einem Transformationsprozess. Angeblich ist die Produktion eines Autos geplant.

Jobs hätte das sicherlich begrüßt, wenn er die Entwicklung nicht vielleicht noch grundsätzlich angestoßen hat, bevor er am 5. Oktober 2011 starb. Zuzutrauen wäre es ihm gewesen, schließlich heißt sein Lebensmotto, das er einmal Studenten der Stanford-Universität zugerufen hat: „Stay hungry, stay foolish“. Er, der Studienabbrecher, der es kein Semester an der Universität ausgehalten hat.

Das MacBook Air in seiner Ursprungsform präsentierte Jobs auf der Macworld in San Francisco im Januar 2008. Da war er schon von der Krankheit gezeichnet. Aber die Präsentation ließ er sich nicht entgehen. Erst am 24. August 2011 setzte er sein letztes Schreiben als Apple-Chef auf. „Ich habe immer gesagt, dass, wenn jemals der Tag kommen sollte, an dem ich nicht länger meine Aufgaben und Erwartungen als Apple-Vorstandschef erfüllen kann, ich der Erste sein werde, der das mitteilt. Unglücklicherweise ist dieser Tag gekommen. Hiermit trete ich als Vorstandschef von Apple zurück.“

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