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21.10.2014

07:00 Uhr

Apple: IPhone auf Rekordfahrt

Icahn hält Apple-Aktie für Schnäppchen

VonAxel Postinett

Apple fährt weiter auf der Siegerstraße. Das iPhone bricht alle Rekorde, aber es gibt auch Probleme. Der Aktienkurs kommt nicht richtig vom Fleck – und das, obwohl Großinvestor Carl Icahn über alle Maßen schwärmt.

Starke Absatzzahlen

Bei Apple klingeln die Kassen

Starke Absatzzahlen: Bei Apple klingeln die Kassen

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San FranciscoRekorde, wo man hinblickt. Apple feuert auf (fast) allen Zylindern. Das iPhone fliegt aus den Regalen, Gewinn und Umsatz explodieren. Selbst Dauernörgler und Aktionärsaktivist Carl Icahn müsste zufrieden sein. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal scheinen seine aggressiven Prognosen für Gewinn und Umsatz zu untermauern.

Für das laufende Weihnachtsquartal verspricht Vorstandschef Tim Cook Umsätze von 63 bis 66,5 Milliarden Dollar – ein weiterer Rekord. Doch ironischerweise erhöht das nur den Druck auf ihn. Denn der Aktienkurs kommt nicht in die Gänge, nachbörslich gab es ein mageres Plus von 1,5 Prozent 101,5 Dollar.

Apple-Investor Icahn will jedoch, dass sich der Kurs des „dramatisch unterbewerteten“ Papiers verdoppelt – auf über 200 Dollar. Er will Aktienrückkäufe in ungeahntem Ausmaß beim Management durchboxen. Der Apple-Chef Cook setzt dagegen auf gute Produkte und Geduld. Wer wird sich durchsetzen?

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus

Die sichtbarste Neuerung bei der jüngsten iPhone-Generation sind die Maße: iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind mit 4,7 bzw. 5,5 Zoll deutlich größer als die Vorgänger. Damit reagiert Apple auf den Boom der Phablets, also der übergroßen Smartphones. Die Geräte unterstützen den Bezahldienst Apple Pay, der über den Nahfunkstandard NFC Daten überträgt.

Dass die Zahlen gut werden würden, hatte Apple schon angedeutet. Aber was am Ende des 4. Quartals des Geschäftsjahres 2013/14 (zum 29. September) tatsächlich in den Büchern stand, übertraf alle Erwartungen. Der Umsatz von 42,12 Milliarden Dollar liegt weit oberhalb der selbst gesetzten Marke von 40 Milliarden Dollar und den 37,5 Milliarden vom Vorjahr.

Daraus destillierte Cook einen Nettogewinn von 8,5 Milliarden Dollar, eine satte Milliarde mehr als im Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie stieg überproportional auf 1,42 Dollar nach 1,18 Dollar im Vorjahr. Das liegt an Aktienrückkäufen für 17 Milliarden Dollar im Quartal, wie Apple mitteilt. Auf Drängen von Icahn musste Cook 2013 das bislang größte Aktienrückkaufprogramm der Börsengeschichte einleiten.

Der Nettogewinn verteilt sich so auf immer weniger Aktien, was gut aussieht. In einem offenen Brief forderte der Aktionärs-Investor vor zwei Wochen diese kursstützenden Maßnahmen massiv auszuweiten. Bislang will Cook nicht darauf eingehen. Er setzt auf das iPhone. Mehr als je zuvor hängt das Wohl und Wehe von den Smartphones ab, die mittlerweile 56 Prozent des Umsatzes einspielen.

Kommentare (8)

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Carl Icahn Jr.

21.10.2014, 08:37 Uhr

Sauber. Es gibt einfach zu viele " Idioten " wie mich auf dem Globus die die Produkte kaufen, egal was sie kosten und ob ich sie wirklich brauche weil sie einfach zu viel Geld haben.

Und dieses Geschäftsmodell ist auch ziemlich leicht zu verstehen. Daher ist der Stock auch die einzige Aktie die ich selber in das Portfolio allokiert habe. Und mit der Performance sind alle Kosten der Geräte sowie schon für nächsten drei Leben einer 10-köpfigen Großfamilie bis ans Lebensende bezahlt (teilweise realisierte Erlöse und unrealisierte Buchgewinne auf den aktuellen Bestand nach der Halbierung im Juni 2013).

Irgendwo müssen ja die erwirtschafteten Erträge des Handelsbuchs investiert werden. Und eine individuelle VV erscheint mir dabei am besten geeignet zu sein, wenn man keine Lust, Zeit oder Ahnung hat sich darum selbst zu kümmern.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.

Carl Icahn Jr.
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Herr Peter Spiegel

21.10.2014, 09:06 Uhr

"unrealisierte Buchgewinne"
Davon lebt,s sich am Besten.
Gruß

Herr Dr. Peter Lustig

21.10.2014, 09:37 Uhr

Noch besser lebt es sich von virtuellen Gewinnen im Musterdepot.

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