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22.03.2016

06:22 Uhr

Apple-Keynote

Gute Software, schlechte Software

VonBritta Weddeling

In seiner Keynote doziert Apple-Chef Tim Cook über Datenschutz und Ökologie. Innovative Produkte sind hingegen erst einmal nicht in Sicht. Das ist eine recht kurzfristige Strategie. Eine Einordnung.

Apple-Keynote

iPhone SE: Klein, aber oho

Apple-Keynote: iPhone SE: Klein, aber oho

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San FranciscoUm Tim Cook zu verstehen, müssen Analysten einen Blick ins Regal der amerikanischen Biomarkt-Kette Whole Foods werfen. Dort können Kunden ein Getränk namens „Kale Yeah” erwerben. Das Getränk besteht laut Packungsbeilage nur aus Wasser mit ein wenig Grünkohl-, Ananas - und Selleriegeschmack. Doch tut dies dem Wert keinen Abbruch. Der Liter kostet stolze 10,99 Dollar.

Rational lässt sich das schwer erklären. Eher schon mit dem wohlig-wolkigen Gefühl, das Erwerb und Konsum in der Magengrube des ökobewussten Kunden hervorrufen. Ein bisschen so ist es doch auch mit Apple-Produkten, muss sich Cook da gedacht haben, als er die Präsentation der Frühjahrs-Keynote vorbereitete.

Die Gerüchte ums neue iPhone

iPhone, iPad Pro und Watch-Zubehör

Welche Produkte Apple voraussichtlich vorstellen wird, ist bereits durchgesickert: das iPhone SE mit Vier-Zoll-Bildschirm, ein iPad Pro mit 9,7-Zoll-Bildschirm und neue Armbänder für die Watch. Das Augenmerk liegt auf dem Smartphone.

Ähnlichkeiten mit dem iPhone 5s

Das iPhone SE dürfte einige Ähnlichkeiten mit dem Modell 5s haben. So hat der Bildschirm das handliche Vier-Zoll-Format, zudem hat das Gehäuse ebenfalls ein relativ eckiges Design. Das Gerät ist vermutlich auch in gold und rosa erhältlich.

Neue Prozessoren für Siri

Im Inneren arbeitet aktuelle Hardware: Es kommen die gleichen Prozessoren wie im iPhone 6s zum Einsatz, die auch die „Hey Siri“-Funktion ermöglichen - mit einem Kommando lässt sich die Sprachsteuerung aktivieren.

Verbesserte Kamera mit Live-Fotos

Auch die Kamera des iPhone SE soll deutlich besser sein als die des 5s. Sie ermöglicht Live-Fotos mit kurzen Animationen. Ob die Auflösung acht oder zwölf Megapixel beträgt, können die Apple-Auguren bislang nicht zuverlässig sagen.

Kein 3D Touch

Die 6s-Modelle des iPhone verfügen über Bildschirme, die unterschiedliche starke Eingaben registrieren können. Mit einem festen Druck öffnet sich beispielsweise ein Kontextmenü. Das neue Modell SE soll diese 3D Touch genannte Funktion jedoch nicht haben.

Günstiger aber nicht billig

Wie viel kostet das iPhone SE? Die Spekulationen reichen von 450 bis 550 Dollar – die Euro-Beträge werden vermutlich ähnlich ausfallen. Allerdings hat der Konzern in der Vergangenheit bereits häufiger mit seinen hohen Preisen überrascht.

Dieses Jahr nämlich warteten die Apple-Jünger vergeblich auf neue Spielzeuge und technische Sensationen. Cook servierte dem Publikum stattdessen ein Soufflé warmer Worte, die vor allem suggerierten, mit dem Kauf eines Apple-Produktes sei der Verfall der guten Sitten quasi aufzuhalten.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass wir eine Verantwortung haben, die Daten und die Privatsphäre der Nutzer zu schützen”, sagte der 55-Jährige auf der Bühne. „Wir alle zusammen müssen entscheiden, wieviel Macht die Regierung über unsere Daten haben soll.” Die Bemerkung zielte Richtung FBI, mit dem der Konzern seit Wochen streitet. Apple soll nach dem Willen der Behörde die Sicherheit seiner iOS-Software gezielt schwächen, um den Behörden den Zugriff auf Daten zu erleichtern.

Apple-Prozess vertagt: FBI kann iPhone vielleicht doch entschlüsseln

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Im Rechtsstreit um die Entschlüsselung eines iPhones zeichnet sich eine überraschende Wende ab. Der Prozess steht vor dem Aus, weil die US-Behörden womöglich gar nicht mehr auf die Hilfe von Apple angewiesen sind.

Dass er die Botschaft erneut ans Publikum brachte, ist kein Zufall. Eigentlich sollten sich Apple und die Regierung am Dienstag zum nächsten Schlagabtausch vor dem District Court im kalifornischen Riverside treffen. Wenige Stunden nach der Rede wurde der Termin jedoch verschoben.

Grund dafür war allerdings nicht Cooks Rede, sondern ein Statement des FBI. Demnach will die Behörde mit Hilfe Dritter womöglich einen eigenen Weg ins iPhone gefunden haben, weshalb die zuständige Richterin Aufschub gewährte.

Kommentare (1)

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Herr Ludwig von Mises

22.03.2016, 08:26 Uhr

Naja, fairerweise muß man sagen, daß die gestrige Veranstaltung das kleine Apple-Event ist, die große Veranstaltung ist im September.

Allerdings ist es so, daß außer dem Rohrkrepierer Apple Watch in den letzten Jahren keine wirklich innovativen Neuerungen vorgestellt wurden.

Cook verwaltet das Unternehmen nur noch. Die Produkte werden weiterentwickelt, die Produktpalette verbreitert, segmentiert und diversifiziert. Aber die Zeiten der großen Innovationen sind seit Jobs Tod vorbei

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