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03.05.2017

06:21 Uhr

Apple

Mehr Gewinn und ein wenig Patriotismus

VonBritta Weddeling

Apple überrascht mit schrumpfenden iPhone-Verkäufen. Dennoch kann der Konzern einen satten Gewinn verkünden. Firmenchef Tim Cook nutzte die Vorstellung der Quartalszahlen außerdem für eine kleine Revolution.

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San FranciscoWie sehr US-Präsident Donald Trump Silicon Valley inzwischen unter Druck setzt, zeigt Tim Cook. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen seines Unternehmens gab sich der Apple-Chef ungewöhnlich patriotisch. Apple sei eine Firma, wie sie nur in den USA hätte gegründet werden können, erklärte Cook am Dienstag. „Wir sind unglaublich stolz, weil wir dazu beitragen, dass zwei Millionen Menschen in 50 Bundesstaaten Arbeit haben. Und wir rechnen mit mehr, wir werden weiter in die Zukunft investieren.”

Derart plakativer Patriotismus ist eine kleine Revolution. Bislang war Amerika-Stolz an der Westküste geradezu verpönt, eher schon sollte die Digitalisierung alle Landesgrenzen überflüssig machen, politische Parolen standen für das Treiben in Washington mit seinen veralteten Gesetzen und geschäftswidrigen Regulationen.

Die iPhone-Evolution

Von Modell zu Modell

Das erste iPhone im Jahr 2007 hat den Vormarsch der Smartphones angestoßen und nicht nur die Mobilfunk-Industrie umgekrempelt. Ein Überblick über die Entwicklung der Geräte von Modell zu Modell:

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk. (Quelle: dpa)

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Aber Apple verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

iPhone 8

Bei zahlreichen Neuerungen im Inneren behielt Apple hier das seit 2014 kaum veränderte Design bei.

iPhone X

Erstmals hat das neue iPhone ein OLED-Display, welches zusätzlich bis zu den Rändern reicht. Außerdem verfügt es über eine Gesichtserkennung zum Entsperren. Dafür wurden der Homebutton und der Fingerabdrucksensor weggelassen.

Doch der neue Präsident hat das Valley mit seinen Drohungen dazu gebracht, seine traditionelle Zurückhaltung aufzugeben. Trump sprach von einem Kartellverfahren gegen Amazon und wollte Apple dazu zu zwingen, seine Produktion aus China in die USA zu verlagern. Auch seine Idee eines Einreisebanns oder die Ankündigung, die Richtlinien für den Zuzug talentierter Arbeitskräfte aus dem Ausland zu verschärfen, gefielen dem Silicon Valley überhaupt nicht. Erst vor zwei Wochen unterzeichnete Cook gemeinsam mit mehr als 160 Firmen aus der Digitalbranche einen offenen Protestbrief gegen die Politik von Trump.

Aktie erreichte neuen Rekordwert

Umso wichtiger dürfte die offen zur Schau gestellte Kritik an der US-Regierung sein, als doch Apple wie auch viele andere Technologie-Unternehmen unfreiwillig von Trump profitieren könnten. Den aktuellen Konzernzahlen zufolge besitzt Apple Geldreserven in einer Rekordhöhe von 257 Milliarden Dollar, mehr als 90 Prozent davon lagern im Ausland.

Trump hatte angekündigt, die Steuern auf das Kapitel zu verringern, die US-Konzerne im Ausland halten, damit das Geld zurück in die USA fließt. Derzeit zahlen Unternehmen einen Satz von 35 Prozent, mit seiner Steuerreform, die allerdings noch vom Kongress abgesegnet werden muss, könnte der Satz auf zehn Prozent sinken.

Die Wall Street setzt darauf, dass Cook die neuen politischen Verhältnisse in den USA für sich zu nutzen weiß. „Anleger hoffen, dass Apple das Geld zurück in die USA bringt und dort investiert”, prophezeit Forrester-Analyst Thomas Husson. Die Spekulationen tragen dazu bei, dass die Apple-Aktie zu einem neuen Höhenflug ansetzt. Seit Jahresbeginn legte sie um 27 Prozent zu, innerhalb der letzten 12 Monate stieg sie sogar um 57 Prozent. Am Dienstag erreichte das Papier zwischenzeitlich den neuen Rekordwert von 148 Dollar und schloss nur knapp darunter, bei 147,51 Dollar.

Kommentare (3)

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Frau mona mariposa

03.05.2017, 08:28 Uhr

Es gehört wohl mittlerweile zu ihren Pflichten, US-Konzerne um jeden Preis hochzujubeln. Die Aktien der meisten US-Konzerne sind hoffnungslos überbewertet und die Luft wird ziemlich plötzlich entweichen. Warum berichten sie nicht einmal, Unternehmen ihre Dividenden durch Schulden finanzieren.

Herr Marc Hofmann

03.05.2017, 08:36 Uhr

Das ist mein Trump. ein Profi der weiß was er macht.....KLASSE

Herr Kuno van Oyten

03.05.2017, 09:10 Uhr

@ Herr Marc Hofmann - 03.05.2017, 08:36 Uhr - Was halten sie denn mal davon nach USA oder Russland auszuwandern, oder bekommen sie wegen ihrer merkwürdigen Einstellung keine Einreisegenehmigung? Nicht meckern oder lamentieren hilft sondern handeln, aber das trauen sich die meisten eh nicht.

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