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23.09.2012

13:29 Uhr

Apple

Neues iPhone ist ein Verkaufsrenner

Apple frohlockt: Das iPhone 5 ist in vielen US-Geschäften bereits ausverkauft. Während die Kassen klingeln, geht der Patentstreit mit Samsung weiter. Es geht um Entschädigungszahlungen von mehr als 700 Millionen Dollar.

iPhone-Fans belagern Apple-Geschäfte

Video: iPhone-Fans belagern Apple-Geschäfte

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New York/Tokio/San FranciscoDas gerade erst erschienene Apple iPhone 5 ist in vielen Verkaufsstellen in den USA offenbar bereits ausverkauft. Zwar gaben die meisten Geschäfte an, sie verfügten auch weiterhin über Exemplare des begehrten Smartphones, allerdings nicht in alle Varianten. Zufallsproben der Nachrichtenagentur AP in etwa einem Dutzend Geschäften am Samstag ergaben, dass viele Läden nur noch wenige iPhones auf Lager hatten.

In einem Geschäft in New York waren zwar noch die 32- und 64-Gigabyte-Versionen erhältlich, allerdings gab es keine Telefone mit 16-Gigabyte mehr. Eine andere Verkaufsstelle in St. Pauls im US-Staat Minnesota gab an, es habe keine iPhones mehr bis auf die teuerste Version mit 64 Gigabyte. „Bevor wir aufmachten, waren standen wir schon fast ohne da“, sagte Verkäufer Eric Rayburn in Phoenix im US-Staat Arizona.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Der weltweite Verkaufsstart des neuesten iPhones war erst am Freitag. Oftmals kommt es in den ersten Tagen des Verkaufs von Apple-Produkten wegen der großen Nachfrage zu Lieferengpässen. Nach Angaben von Apple sollen online bestellte Telefone in drei bis vier Wochen beim Kunden sein. Erste Verkaufszahlen wollte Apple am Montag veröffentlichen. In den ersten drei Tagen nach Verkaufsstart des vorherigen iPhone-Modells 4S verkaufte Apple nach eigenen Angaben vier Millionen Geräte.

Apple mag sich mit seinem an Pannen reichen Kartendienst für das neue iPhone 5 einigen Unmut zugezogen haben - im Streit zwischen China und Japan um eine Handvoll unbewohnter Inseln könnte der US-Konzern jedoch ungewollt eine diplomatische Lösung gefunden haben.

Wie japanische Blogger am Samstag berichteten, erscheinen bei dem Kartendienst die umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer einfach in zweifacher Ausführung nebeneinander: einmal mit dem japanischen Namen Senkaku und einmal mit der chinesischen Bezeichnung Diaoyu.

Das Prinzip Apple

Alles aus einer Hand

Konsistenz ist Teil der Designphilosophie von Apple. Dazu gehört ein möglichst einheitliches Nutzererlebenis. Apple bietet dazu vom Smartphone bis zum ausgewachsenen Profi-PC alle Gerätklassen an. Auf den kleinen Geräten iPhone und iPad läuft dabei das mobile Betriebssystem iOS, auf den Laptops und Desktop-Rechnern Mac OS X. Die Programme sind untereinander nicht kompatibel, allerdings bietet Apple viele eigene Applikationen für beide Plattformen an, etwa die Office-Suite iWork. Über die App Stores verkauft Apple außerdem noch Software für beide Plattformen online – bei iPhone und iPad sogar der einzig legale Weg, Software zu installieren.

Apples Gefängnis und Ausbruch-Tools

Apples Stärke ist zugleich auch der größte Kritikpunkt: Weil alles aus einer Hand kommt, behält Apple die volle Kontrolle. Im App Store schöpft Apple satte 30 Prozent der Umsätze ab, sowohl von gekauften Apps als auch von Käufen, die innerhalb von Apps getätigt werden. Immer wieder kommt der Konzern in die Schlagzeilen, weil Apps aus teilweise wenig nachvollziehbaren Gründen aus dem Store entfernt werden. So gelten dank Apple beispielsweise weltweit amerikanische Moralvorstellungen: Medien müssen nackte Haut zensieren. Ein Weg aus dem Apple-Gefängnis ist entweder ein sogenannter Jailbreak. Dabei führen iPhone- und iPad-Anwender ein Programm aus, das Sicherheitslücken in den Geräten nutzt, um das Gerät aus der Apple-Kontrolle zu befreien. Nach einem Jailbreak können alle Programme wie auf einem PC oder Mac installiert werden. Eine andere Alternative sind Programme, die im Browser laufen – auf das Internet haben auch iPhones und iPads freien Zugriff.

Mobile Geräte im Fokus

Apple betont regelmäßig, in erster Linie ein Hersteller mobiler Geräte zu sein. Erstens machen iPhone und iPad längst den Löwenanteil der Apple-Umsätze aus, zweitens sind auch die meisten verkauften Macs inzwischen Laptops. Das zeigte sich auch beim jüngsten Update des Mac-Betriebssystems Mac OS X. Die aktuelle Version Lion betont die Gestensteuerung, die vor allem bei Trackpads sinnvoll ist, die in Laptops verbaut werden.

iCloud löst iTunes als Zentrale ab

Zentrale Schnittstelle zwischen allen Apple-Geräten war bisher das Programm iTunes, über das die Geräte als „Hub“ auf Mac oder PC synchronisiert werden. Allerdings zeichnet sich mit der Einführung der iCloud eine Ablösung von iTunes als zentrales Hub ab – die Daten wandern nun in die "Wolke", also das Internet. Mit der iCloud soll das Internet zur zentralen gemeinsamen Schnittstelle aller Apple-Geräte werden. Dokumente werden im Netz gespeichert und können über sämtliche Plattformen synchron gehalten werden. iPad und iPhone sollen auch ohne Mac oder PC verwendbar sein.

„Es funktioniert einfach“

Apple war eine der ersten IT-Firmen, die Interessen und Wünsche des normalen Nutzers in den Mittelpunkt rückten. Nicht der Mensch soll sich der Bedienung des Computers anpassen, sondern der Computer dem Menschen – so zumindest die Idee. Entsprechend profitiert der Konzern auch vom Trend der „Consumerization“ der IT. Damit wird der derzeitige Trend beschrieben, dass Konsumenten-Produkte wie iPhone und iPad zunehmend auch die Unternehmen erobern, weil Menschen einfache und intuitive Bedienungen auch im Geschäftsleben schätzen. Kritiker meinen andererseits, dass Apple im Bemühen um eine möglichst intuitive Bedienung den Nutzern bei vielen Fragen zu wenig Freiheit lässt.

„Die Karte bietet die Inseln für jedes Land in eigener Ausführung an. Ist das Apples Botschaft an uns Zivilisten, dass wir uns nicht in einen sinnlosen Streit hineinziehen lassen sollen?“, schreibt ein japanischer Internaut. Der Disput eskalierte jüngst, nachdem die japanische Regierung drei der Inseln aus Privatbesitz aufgekauft hatte.

Bei Protesten in China kam es wiederholt zu Übergriffen auf japanische Autos, Geschäfte und Restaurants. Apple hat sich mit seinem Kartendienst einen Bärendienst erwiesen. Brücken wirken, als wären sie geschmolzen, Ortsmarken sind falsch, große Städte vom Erdboden verschluckt.

Kommentare (24)

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Schlesier

23.09.2012, 11:49 Uhr

90% von den Käufern sind konsumkranke Gestallten, oder brauchen es um sein angeberisches Ego zu präsentieren.
Aber viel Spaß mit dem sinnlosen Scheiß, den so macht man aus Scheiße Geld,den die Wenigsten brauchen es.

Doc

23.09.2012, 12:26 Uhr

Das hört sich nach Neid an ;)

RamonGaluptra

23.09.2012, 13:02 Uhr

Es heißt Gigabyte nicht Gigabit!

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