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19.10.2011

03:56 Uhr

Apple

Opfer des eigenen Erfolgs

VonAxel Postinett

Apple zeigt solides Wachstum und strotzt vor Kraft, aber verfehlt erstmals seit Jahren die hochgesteckten Erwartungen der Analysten. Die Aktie fällt nachbörslich  kräftig. Hat die Erfolgsgeschichte ihren Zenit erreicht?

Das Apple-Logo. Reuters

Das Apple-Logo.

San FranciscoNur 17 Millionen iPhones fanden im abgelaufenen Quartal, das vierte des Geschäftsjahres 2011, einen Käufer. Das ist zwar ein Wachstum von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aber Analysten hatten fest mit 20 Millionen oder mehr Geräten gerechnet. Apple-CEO Tim Cook gab sich alle Mühe in einer Konferenzschaltung die Schlappe zu erklären und verspricht im gleichen Atemzug  neue Absatzrekorde. Aber die Anleger sind verunsichert. In der zweiten Hälfte des Quartals, so erklärt Cook, hätten zunehmende Gerüchte über ein neues iPhone-Modell die Runde gemacht und viele Käufer dazu bewogen, zu warten. Die Einführung des iPhone4S hätte dann aber mit vier Millionen Geräten „alle Erwartungen übertroffen“. Beobachter fragen sich allerdings jetzt, ob nicht die Masse dieser Verkäufe nur zurückgestellte Käufe waren. Cook allerdings ist sich sicher: „Im Dezemberquartal werden wir einen neuen Absatzrekord sehen.“ Das verbesserte iPhone4 S, aber auch Preissenkungen bei den alten Geräten iPhone 4 und 3GS sollen dazu beitragen. Der alte Stückzahl-Rekord wurde mit 20,34 Millionen im Juni-Quartal aufgestellt.

Das optimistische Statement zusammen mit einer überraschend hohen Prognose für Umsatz und Gewinn im laufenden Quartal sorgte zudem für Verunsicherung. Unter Steve Jobs hatte Apple immer sehr konservativ prognostiziert und nicht zuletzt deshalb jedes Quartal die Erwartungen übertroffen. Tim Cook legt dagegen jetzt mit 37 Milliarden Dollar Umsatz und einem Gewinn pro Aktie von 9,30 Dollar die Messlatte höher als die meisten Analysten.

Neben der iPhone-Schwäche sieht Apple in den anderen Sparten gemischte Ergebnisse. Bei Mac-Computern (+27 Prozent) und iPad (11,2 Millionen Stück, +166 Prozent) gibt es starkes Stückzahl-Wachstum, der Verkauf des Musikspielers iPod brach dagegen um 27 Prozent ein. Der Umsatz in den Apple-Geschäften stagnierte, eine Folge der ausbleibenden iPhone-Kunden. Der Nettogewinn lag mit 6,62 Milliarden Dollar um knapp 54 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, der Umsatz sprang von 20,34 auf 28,27 Milliarden Dollar (+39 Prozent).

Kommentare (3)

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Alfred_H

19.10.2011, 06:53 Uhr

Da kann man wirklich nur enttäuscht sein. Eine Gewinnsteigerung von nur 54 Prozent und die Umsatzsteigerung sogar nur 39 Prozent gegenüber Vorjahr. Da hilft nur Personalabbau und gleichzeitige Erhöhung der Bezüge des Vorstands. Oder dafür sorgen, dass die Chinesen die Geräte umsonst zusammenbauen. Macht nichts wenn dann ein paar Arbeiter mehr vom Fabrikdach springen. Die Chinesen sollen froh sein, dass sie die Geräte dann auch kaufen dürfen. Was für eine kranke Welt! Die Gier lässt sich einfach nicht mehr zügeln. Entweder 200 Prozent Gewinnsteigerung oder die Analysten sind enttäuscht.

Manfred_F

19.10.2011, 08:56 Uhr

9,3$ Gewinn pro Aktie, darf man das zulassen??!! Ich denke nein.
Dieser Gewinn wurde auf den Rücken aller ausgetragen, den Konsumenten, die Mitarbeiter, den Lieferanten ...

Apple hat in diesem Jahr schon einen Gewinn von 19 Mrd. Dollar gemacht und wird wahrscheinlich noch mehr Geld verdienen. Was passiert damit?

Ganz klar, die Ausbeutung wird weitergehen, die Kriegskasse für Patentanwälte wird gefüllt, um den Wettbewerb zu verhindern (wobei die anderen auch nicht besser sind) ... Das ganze Geld wird einigen "Investoren" zufliessen, einem Aktienbesitzer bringt es ja nicht, da keine Dividente gezahlt wird. ... Das heißt die Umverteilung des Geldes geht nach "oben" ...

Oh ich könnte kotzen wenn ich das lese ...

Höhere Steuern auf weltweite operierende Konzerne würde diese ungleichgewicht abmildern, aber nein, diese Konzeren werden durch die jeweiligen Regierungen "gepäppelt"

Diese Masslos-Kaptitalismus wird die Welt noch an die Wand fahren.

P.S. jetzt kommt nicht mit dem Argnument das Investitionen in die Zukunft finanziert werden müssen, ein kluger Unternehmer zieht das vorher vom Gewinn ab ...

zephyroz

19.10.2011, 11:14 Uhr

Diese Analysten sind völlig übergeschnappt und maßlos. Auch bei uns wird aktuell wieder von "Rezession" geschwafelt. Was soll das ? Unsere Industrie produziert unter Vollast. Die Auftragsbücher sind voll bis ins nächste Jahr. Seien wir doch endlich mal mit was zufrieden ? Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.

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